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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
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224 in Florenz gleichwerthig ist, ein Mädcheuporträt von Palina Vecchio, ein prächtiges Männerporträt vou Loreuzo Lotto, ferner von Tintoretto die „Ehebrecherin" und mehrere Bildnisse. Aus der Zeit des Niederganges endlich ragen die ausgezeichneten Werke von Tiepolo, Bernardino Bellotto und Guardi hervor. Die Nebenzweige der venetianischen Malerei sind gut vertreten durch Arbeiten von Crivelli, Previtali, Girolamo da Libri und Paolo Caliari. Auch die bemerkenswerthe Schule von Ferrara nnd Bologna lernt man in der Landesgallerie genau kennen. Ihrer älteren Periode gehören die „Ccres" des Ungars Michael von Pannouieu und der „Heilige Christoph" des Filippo Mazznola au. Die Zeit des Aufblühens bezeichnen die Werke Francesco Francia's nud seiner Schülcr, Correggio's „Madonna" gibt einen Begriff von dem genialsten Maler dieser Schule uud auch die Richtung Dofso's und Garosalo's läßt sich an einigen Bildern stndiren. Zahl- reiche Bilder dienen als Belege für die Bestrebungen der Carracci nnd ihrer Nachfolger, doch gehört keines zu ihren hervorragenden Arbeiten. Die neapolitanische Schule endlich ist durch vorzügliche Bilder, namentlich Ribera's würdig vertreten. Die spanische Malerei ist außerhalb ihrer Heimat nur an wenigen Orten gründlicher zu stndiren als in der Landes-Bildergallerie. Man sieht hier eine lange Reihe von Malern der iberischen Halbinsel, von Vincente Ananes im XVI. Jahrhundert bis zu dem im XIX. Jahrhundert verstorbenen Goya: wohl fehlt der Größte, Velasquez, doch kaun man dafür seinen Nebenbuhler Murillo in sechs Bildern bewundern und die „Heilige Rosa" des Nicolas de Villaciis, dieses Meisterstück spanischer Malerei, gewährt sogar eine Anschauung von der Kunst eines großen, diesseits der Pyrenäen sonst gänzlich unbekannten Meisters. Von den Werken der französischen Maler erregt namentlich ein Meisterbild des hervorragenden Landschafters Clande Lorrain mit Recht Bewunderung. Unter den Bildern aus der ersten Epoche der niederländische« Kunst ragt der „Calvarienberg" Hans Memling's hervor, er ist den in Brügge befindlichen Werken des Meisters ebenbürtig. Das XVI. Jahrhundert bietet unter Anderem die prächtigen Bildnisse von Colyu van Niencastel und zwei Hauptstücke von Antonis Moor: die Porträts Philipps II. und der Maria Tndor. Der große Aufschwung des XVII. Jahrhunderts zeigt sich iu Werken von Rnbens, van Dyck nnd Jordanes, sowie in zahlreichen Arbeiten der Brueghel, Teniers und ihrer Genossen, unter denen „Die Familie des van Eyck" von Gonzales Cocques, ein schon zur Zeit seines Entstehens berühmtes Bild, den ersten Platz verdient. Die reichhaltige Reihe von Werken holländischer Meister bietet ebensoviel Genuß als Belehrung und ist ein Hauptstolz der Gallerie. Mau sieht da Meisterstücke der Localfchulen, nach Städten geordnet und aufgestellt, darunter Bilder von einigen Meistern, deren Namen bisher nur aus Urkunden, nicht aus ihrcu Werken bekannt gewesen.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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