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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Ungarn (3), Band 12
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247 Lieder, meist absichtslos aufbewahrt worden, fast durchwegs auf immer verstummt, ehe sie sich als künstlerisches Ganzes, als naives Epos gestalten konnten. Dies gilt insbesondere von den Sagenbrnchstücken aus der Zeit der Herzoge und ersten Könige; die erhaltenen Sagen über Attila hingegen erscheinen mehr als überlebende Theile eines großartigen Gebildes, welche die Ungarn auf verschiedene Art überkommen haben können. Nach den bisherigen Forschungen muß es als zweifellos gelten, daß bei den erhaltenen Sagen über Attila auch die magyarische Phantasie mitgewirkt hat, wie dies schon die Csaba-Sage (siehe Baud I., Seite 318) beweist. Obgleich die Sprach- und Geschichtswissenschaft in neuerer Zeit die hunnisch-magyarische Verwandtschaft leugnen, haben doch die Vorfahren der Ungarn in Attila und seinen welterobernden Kriegen die Vertreter ihrer eigenen . . . ^ ^"-777 - ^ «<!« ' nu t / tL . z Das Königsberger Fragment (XIV. Jahrhundert). Interessen gesehen und — laut den Sagen — bei ihrer Einwanderung gerade darauf gestützt dieses Land gefordert. Die ungarischen Chronisten aber, wie der Notar Mlas, Kezai, Turöczy, hielten nicht nur die Überlieferung von der hunnisch-magyarischen Verwandtschaft aufrecht, sondern bewahrten auch, obgleich unbewußt, die Sagen der ihnen näher liegenden Zeiten, die über Emese, Älmos, Ärpad, das weiße Roß, die verschiedenen Heldenthaten der sieben Herzoge n. s. w., wie sie im Volksmunde lebten. Diese Sagen verblaßten seit dem XIII. Jahrhundert immer mehr, obgleich die Classe der Heldensänger und Lautenspieler (ke^eZös, i^ric?, re»üs), die noch unter Andreas III. vom Staate ein Einkommen bezieht, bis zum XVI., ja XVII. Jahrhundert bestand. Man ließ die Fäden der uralten Sagen nach und nach verflattern, als neuere Ereignisse, wie der Tatareneinfall, der italienische Feldzug, dann die Türkenkriege näherliegenden und damals wohl interessanteren Stoff für das Singen und Sagen boten. Die Heldensänger wurden zu ehrenfesten Chronisten und hielten die Schöpfungen der Volksphantasie nicht mehr für würdig, aufgezeichnet zu werden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Ungarn (3), Band 12
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Ungarn (3)
Band
12
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.49 x 21.91 cm
Seiten
626
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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