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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 487 -
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487 Weniger glücklich als Knoller waren in ihrem künstlerischen Streben der mit ihm in der Schule Trogers gebildete Lentensdorfer von Rentte und Johann Holzer von Bnrgeis. Ersterer suchte sich bei Piazetta und Conca weiter auszubilden, aber sein Auge blieb der Pracht der Farbe völlig verschlossen, während seine Radirungen von seiner künstlerischen Begabung volles Zeugniß geben. Holzer, an Talent Knoller überragend, würde diesem vielleicht die Palme streitig gemacht haben, wenn ihn nicht der Tod so früh dahingerafft hätte. Flotte Composition, sichere Zeichnung und angenehmes Colorit zeigen alle seine, größtentheils in Baiern ausgeführte» Gemälde. Gleich Knoller war auch Holzer am bedeutendsten in seinen al iresco gemalten Wand- und Deckengemälden, wie denn überhaupt das vorige Jahrhundert diese Malerei bevorzugte und daher auch so viele und treffliche Freseomaler aufzuweisen hat, zu welchen wir insbesondere auch Josef Schöpf von Telfs zählen müssen. Josef Schöpf (geboren 1747), einer unserer bedeutendsten Maler, verdankt seine künstlerische Ausbildung vor allem seinem Lehrmeister Martin Knoller, dessen vorzügliche Technik iu Freseo er sich aneignete. Ein längerer Aufenthalt in Rom (1776 bis 1784), wo er die von Raphael Wengs geleitete Akademie besuchte, gab ihm bereits Gelegenheit, seine Kunst zu verwerthen. Die Fresken in der Sacristei der Kirche in Genzano, wie das für dieselbe Kirche gemalte Altarblatt, Christus am Kreuze, später für den Dom in Brixen wiederholt, sind seine italienischen Arbeiten. Zur Erholung von einer Überstandeneil Krankheit in sein Heimatland zurückgekehrt, entwickelte er hier eine geradezu staunens- werthe künstlerische Thätigkeit. Das ganze Land schien, seit Knoller seine Meisterwerke schuf, von einem Enthusiasmus für die Kunst ergriffen, namentlich waren es die Kirchen, welche den Kunstsinn der Bewohner manisestiren sollten. Als Knoller mit seinem riesigen Altarblatt Mariä Himmelfahrt nach Meran kam, zogen ihm Bürgermeister und Rath nebst allen kunstsinnigen Bewohnern der Stadt entgegen, um den Meister und sein Werk, zu dessen Umrahmung ein in großem Stil aus Marmor erbauter Altar bereit stand, zu ehren. Allerdings hatte die Begeisterung für die nen aufblühende Knust auch die Miß- achtung alter Kunstwerke zur Folge. Mit großen Kosten wurden z. B. nebst den gothischen Altären auch die Glasmalereien aus der Pfarrkirche zu Meran, wie aus der Hofkirche zu Innsbruck weggeschafft, um in ersterer dem Bilde Knollers, in letzterer jenem des Paul Troger Platz zu machen. Schöpf fand also ein überreiches Feld für seine Thätigkeit. Als der Künstler aus Rom zurückkehrte, wurde er mit Aufträgen förmlich überschüttet, und nur seiue bewnnderns- werthe Arbeitskraft ließ ihn so viele derselben zur Ausführung bringen. Zwölf Kirchen schmückte er mit seinen Fresken und malte ebensoviele Altarblätter. Außerdem besitzen wir von ihm eine große Anzahl von Staffeleibildern mit theils religiösen, theils profanen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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