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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 496 -
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496 Künstler seine Eigenart zu voller Geltung bringen. Später zierte er noch zwei andere Kirchen, jene von Steinach, seiner Heimat, und von Ischl mit seinen Schöpfungen. Derselben Richtung angehörend erwarben sich die ebenfalls in München gebildeten Bildhauer Joses Knabl von Flies und Josef Müller von Pettnen einen ehrenvollen Namen. Knabl arbeitete im Geist und Charakter der altdeutschen Schule, deren Meister er ebenso ausdauernd wie eingehend stndirte. Auf Grund seiner Studien bahnte er der religiösen Plastik einen neuen Weg, auf dem er zu überraschenden Resultaten gelangte und Werke schuf, welchen allgemeine Bewunderung zutheil wurde. Seinen Höhepunkt erreichte er im Altar der Münchener Frauenkirche mit der Krönung Maria. Müller blieb der durch die Bildhauer Eberhard, Schönlaub nnd Endres vertretenen Münchener Schnle treu. Wenn aber auch seine Werke keine selbständige, eigenartige Richtnng zeigen, so zählen sie doch, wie namentlich das 1861 in Marmor ausgeführte vou Riceaboua'sche Grabdenkmal in Innsbruck, zu den bedeutenden Leistungen auf dem Gebiete religiöser Plastik. Habe« seit dem Aufblühen der Münchener Schule die genannten Tiroler Künstler, zu welchen noch Gröbmer von Bruneck, Schüler Schwanthalers, Bildhauer Josef Petz von Lermos und Andere zu zählen wären, in München ihre Ausbildung erhalten, so haben in neuester Zeit daselbst gleichzeitig mehrere unserer Landsleute nicht blos eigene Kunst- werke geschaffen, sondern auch wie früher Bildhauer Knabl als Professoren der Akademie ihre Kunst in den Schulen verwerthet. Es sind Franz von Desregger vou Dölsach, Josef Wopsuer von Schwaz, Mathias Schund von See und Alois Gabl von Wens (gestorben 1893), von denen nnr der erste als der populärste aller Tiroler Meister näher besprochen werden soll. Hat es auch früher an einzelnen Künstlern nicht gefehlt, welche wie beispielsweise die beiden Altmutter, sich das Volksleben für ihre Darstellungen wählten, eine ernstere künstlerische Auffassung, eine durch innerste Wahrheit und Lebendigkeit sich auszeichnende Schilderung des bäuerlichen Lebens und Wesens blieb Meister Desregger vorbehalten. Durch die Wahl mehrerer patriotischer Stoffe für seine lebenswahren Darstellungen erfreut er nicht blos alle Freunde der Kunst, sondern das ganze Land, dessen stolzem Bewußtsein dieser unvergleichliche Meister in seinen Bildern ans dem Jahre 1809 historisch begründete Rechnung trug. Mit einem dieser Bilder: „Speckbacher und sein Sohn Ändert" trat Desregger zum ersten Mal in die Welt und begründete seinen Künstlerruhm. Er stellt in diesem Bilde den Moment dar, in welchem der mit seinem bäuerlichen Generalstab die Kriegsangelegenheiten berathende Commandant Speckbacher von dem gegen den Befehl des Vaters mit einer Schützencompagnie ausgerückten Sohn überrascht wird. Vater und Sohn stehen sich mit einem der Situation entsprechenden Ausdruck gegenüber, der Sohn unsicher des Lobes oder der Strafe seines Vaters, dieser aber vou der Tapferkeit seines Jungen überrascht und offenbar selbst mit der Entscheidung
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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