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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 504 -
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504 Hausindustrie, iu welcher die Verwendung des Zirbelholzes vorherrscht, während feinere Arbeiten auch iu härteren Holzgattungen ausgeführt werden. Im Fassa- und Gaderthal werden besonders primitivere Schuitzarbeiteu gefertigt und an die Unternehmer im Gröduerthal verkauft. Eiue eigenartige Hausindustrie, welche iu früherer Zeit in der Umgebung von Sterziug besonders vertreten war und heute noch in geringen Überresten vorhanden ist, befaßt sich mit der Erzeugung von Tabaksdosen, Pseisenbestandtheilen und Löffeln aus Ochseuhorn. Diese Gegenstände werden sämmtlich mit schwarz gefärbten Gravirnngen geziert, welche primitive Ornamente und Sinnsprüche darstellen. Die ehedem in Ehrwald, Biberwier und Lermoos bestandene Hausindustrie für Holzdrechslerei ist gegenwärtig nahezu verschwunden; dagegen hat sich in Cortiua d'Ampezzo eine Hausindustrie entwickelt, welche Holzschnitzereien nnd Intarsia-Arbeiten zumeist in kleinen Gebrauchsgegenständen, wie geschnitzte oder eingelegte Cassetten und dergleichen, hervorbringt. Die kunstgewerbliche Metall industrie war in Tirol und Vorarlberg iu älterer Zeit vorzüglich vertreten. Beispiele geben eine grvße Zahl vortrefflicher Schmiede-Arbeiten aus dem XV. bis zum XVIII. Jahrhundert. Die reichgezierten gothischen Thürbeschläge zu Schwaz und Sterzing, jene in der landesfürstlichen Burg zu Merau und in den Schlössern Tratzberg, Vorst, Enn und anderen, das schöne gothische Schmiede-Eisengitter in der Pfarrkirche zu Hall und der besonders kunstvoll in Eisen geschmiedete Kanzel- baldachiu zu Feldkirch, welcher ehedem eiuem Sacrameuteuhäuscheu augehörte, sind hervorragende Arbeiten dieser Art aus dem X V. und Anfang des XVI. Jahrhunderts. Im Stil der Renaissance besitzt Tirol nicht minder werthvolle Schmiede-Arbeiten in Gittern und Beschlägen der Schloßbauten, städtische» uud ländlichen Wohnhäuser, au Herbergsschildträgeru und Grabkreuzen aus jener Zeit. Vou ihueu verdienen die Thür- beschläge im Schloß Velthnrns und in den Edelsitzen zu Aufhofen und Oberrasen ihrer mannigfaltigen Zeichnuug und gediegenen Ausführung wegen besondere Beachtung, sowie auch das Gitter am Mausoleum Kaisers Max I. iu der Hofkirche zu Innsbruck. Letzteres ist eine Arbeit des kaiserlichen Hofschlossers Georg Schmiedhammer in Prag, welcher dieselbe nach einer Zeichnung des Jnnsbrncker Malers Trabel ausgeführt uud über Linz nach Innsbruck gebracht hatte. Vorzügliche Schmiede-Eifeugitter im Stil der Barocke uud des Roeoeo besitzen die Klosterkirchen zu Wilteu uud Stams, besonders schöne Grabkreuze ans dieser Epoche finden sich auf den Friedhöfen von Schlünders, Kältern, Meran, St. Pauls, Vahrn und anderen. Derartige Kunstschlosserarbeiten Tirols aus dem XVI. Jahrhuudert erhielten ihren ästhetischen Werth ausschließlich durch die meisterhafte Linienführung der sich durch-
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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