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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 518 -
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518 bearbeitet der Bauer die ererbte Scholle durchaus mit eigener Kraft. Hier zieht er, wie zum Beispiel im Vintschgau, sogar den Pflug, ebenso wie er den Dünger in Körben, die erzielte Ernte in Bürden oder Ballen auf dem Rücken zu und abträgt uud dabei nicht selten Gesundheit und Leben aufs Spiel setzt. Ja es gibt manchenorts so steile Parzellen, daß die Leute Steigeisen anlegen müssen, wenn sie ihren Acker bestellen oder ihre Wiese mähen wollen. Auf so abschüssigen Lehnen ist es auch nothwendig, die abgepflügte oder von Frost und Regengüssen zum Abrutschen gebrachte Erde von Zeit zu Zeit wieder hinaus- zuschaffen. Wo ein Zugthier hin- und hergehen kann, wird dieses „Erdschinden" mittelst Rolle und Seil, an welch letzterem ein kleines dreiräderiges Truhenwägelchen („Gratten") befestigt ist, bewerkstelligt. Unser Bild veranschaulicht ein solches Erdaufbringen („Erd- gratteln"), wie es im Pnsterthal geübt wird. Wo dies nnthunlich ist, ziehen sich die Menschen, belastet mit erdegefüllten Rückkörben, zwischen zwei vom oberen Feldrand herablausenden Seilen selbst empor („ aufseilen"), oder es wird einer, der mit seiner Last an ein über eine Rolle laufendes Seil gegurtet ist, von zwei abwärtsgehenden Kameraden hinaufgezogen. Aber auch auf minder steilen Berggehängen ist die Bearbeitung des häufig von steilen Felsen, von Baumwurzeln oder Steingerölle durchsetzten Bodens sehr erschwert und selbst im ebenen Thalgrund wirthschaftet der Gebirgsbewohner lange nicht so bequem als sein Berufsgenosse im weiten Flachland. Welche Opfer erheischt nicht die Sicherung des Bodens vor der Gewalt der Wildbäche und Bergströme, wie oft erneuern sich nicht trotzdem die Überfchwemmungs- und Zerstörungsgefahren! Wenn im Frühjahr bei rascher Schmelze des Schnees oder im Sommer bei Gewitterregengüssen die Gewässer plötzlich und stark anschwellen und im wilden Laufe vom Hochgebirge in die Thäler stürzen, reißen sie oft nicht blos Wege und Brücken, sowie Gebäude, sondern auch Felder, Wiesen, Wald und Weidegründe fort und überschütten nicht selten ausgedehnte Flächen meterhoch mit Gerölle, Schlamm und Steinblöcken, so daß sie manchmal gar nicht wieder und häufig nur mit unsäglicher Mühe und großem Aufwände an Zeit und Kosten der Cultur zurückerobert werden können. Ebenso treten in den Niederungen der Thäler die Flüsse bei Hochwasser trotz der vorhandenen Uferschutzbauten („Archen") aus ihrem Bett und übersluthen zunächst die tiefer gelegenen sogenannten Augründe, setzen mehrfach aber auch weite Strecken des angrenzenden Acker- und Wieslandes tagelang unter Wasser, nach dem Ablauf oft eine ausgiebige Schicht von Schlamm oder Sand zurücklassend. Mehr oder weniger versumpfte Bodenstrecken, sowie moosige Gründe kommen in den Tieflagen beinahe aller Thäler, auch der hochgelegenen, in mehreren sogar in beträcht- licher Ausdehnung vor, z. B. im Ober- und Unterinn-, dann im Zillerthal, im Becken von Leermos, in der Umgebung des Brenner- und des Plansees zc. Diese können nur durch kostspielige Entwässerung oder durch künstliche Erhöhung ihrer Oberfläche verbessert
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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