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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 521 -
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521 Ausdehnung der wichtigsten landwirthschaftlichen Bodenbenützungsformen, nämlich der Äcker und Wiesen erklärlich. Das Ackerland beträgt nur 61.270 Hektar oder 6^/4 Procent der prodnetiven Area, und auf die ganze Gebietsfläche berechnet, redncirt sich dasselbe sogar auf 4'8 Procent. Aber auch das mähbare Grasland — die Wiesen, deren Vorkommen und Bewirth- schaftung naturgemäß die Grenzen der Cerealiencnltnr beträchtlich zu überschreiten und theilweise sogar die Hochgebirgslagen zu erreichen vermag — besitzt keine sonderlich große Ausbreitung, indem sich dasselbe auf nicht mehr als 127.365 Hektar — 13 Procent der landwirthschaftlich productiven nnd anf 10 Procent der gestimmten Oberfläche erstreckt. Außerdem machen die Thalhut- uud sogenannten Heimweiden 42.809 Hektar, das ist etwas über 7 Procent des landwirthschaftlich benützten Terrains aus. Aus dem Angeführten ergibt sich, daß die Natur Nord- und Osttirol hauptsächlich als Wald- und Grasland geschaffen hat, Holzprodnction und Viehzucht daher wirth- schaftlich im Vordergrund stehen und der Feldban denselben, znmal der Viehzucht, ganz und gar untergeordnet ist. In der That dient der Ackerboden hier weniger zur Erzeugung menschlicher Nahrung als wie thierischer Streu- und Futterstoffe, indem in den meisten Bezirken der Gebietssection der Eggartenbetrieb oder Feldgraswechsel herrscht. Ständige Äcker, welche keinem solchen Wechsel unterliegen, sondern im „rastlosen Anbau" behandelt werden, kommen vorzugsweise im mittleren und oberen Innthal, namentlich an jenen Orten vor, wo überwiegend Maisund „Kleinkorn" (Weizen und Roggen) oder Kartoffeln und Sommergetreide gewonnen werden. Die Eggartenwirthschaft wird nicht allein durch die starke natürliche Graswüchsigkeit auch des Ackerlandes sehr begünstigt, welche wieder eine Folge des mehr feuchten Klimas der uord- und osttirolischen Thalbezirke ist, sondern die turnusmäßige Heranziehung des Feldbodens zur Futterproduction ist zugleich eine wirthschaftliche Nothwendigkeit. Der zur Nutzbarmachung der Sommerweide auf den Thalhutungen, namentlich aber auf den Riesenflächen der Alpen und in den Hochgebirgssorsten erforderliche zahlreiche Viehstand bedarf während der langen winterlichen Haltungsperiode in den Heimstallungen eine sehr große Rauhfuttermenge, für deren Befriedigung das auf den ständigen Wiesen gewonnene Heu uicht ausreichen würde. Daß unter so bewandten Umständen das an und für sich unbedeutende Ackerareale für die immerhin ziemlich dichte Bevölkerung den Bedarf an Getreide und sonstigen Nahrnngs- sowie Nutzpflanzen nicht zu decken vermag, und daß deshalb eine beträchtliche Einfuhr an Cerealien, Mehl und anderen Lebensmitteln stattfindet, braucht nicht näher erörtert zu werden. Von Productions-Überfchüsseu der Ackercultur ist jedoch des Flachses zu gedenken, der in einigen nordtirolischen Mittelgebirgs- und Nebenthalgemeinden in
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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