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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 528 -
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528 bewachsenen Alpgelände, welche dem Rinde nicht mehr zugänglich sind oder deren magerer Graswuchs es nicht verlohnen würde, Hornvieh aufzutreiben (Schafalmen). Von kleiner, leichter und äußerst abgehärteter Race mit weißem oder schwarzem Vließ — sogenannte Steinschafe — erklimmen sie die äußersten Hochgebirgsrücken, Grate und Abhänge und suchen sich ihre Nahrung bis an die oberste Vegetationsgrenze zusammen, wobei sie sehr gut gedeihen und ein überaus zartes, saftiges und wohlschmeckendes Fleisch liefern. Der jährliche Wollertrag eines Schafes kann durchschnittlich auf iVs bis 2 Kilo- gramm veranschlagt werden; derselbe wird durch zweimalige Schur gewonnen und größtentheils zu Gespinnsten und Geweben (Loden) für den eigenen Hausbedarf verwendet. Ziegen werden zwar überall, jedoch nur in einer aus forstlichen Rücksichten beschränkten Zahl vorzugsweise von kleineren Grundbesitzern und armen Leuten des Milcherträgnisses wegen gehalten. Die Schweinezucht endlich ist blos im Jnngebiete von einiger Bedeutung, wo sie in den Gegenden mit intensiverem Sennereibetriebe in den Molkereirückständen eine belangreiche Unterstützung findet. Wie erwähnt, bildet das Vorhandensein jener großen, über 300 Quadratkilometer umfassenden Weideterritorien, welche zwischen und über der oberen Grenze des hoch- stämmigen Holzwuchses die freien Kammhöhen und Gipfel der Gebirge bis zur Region des ewigen Schnees und Eises einnehmen, einen ebenso integrirenden als charakteristischen Bestandtheil der Landwirthschaft und Viehzucht der Gebietszone. Indem unter Alpen (richtiger „Almen") die von der ständig besiedelten Region so weit entlegenen Weidestriche des höheren Gebirges verstanden werden, daß das dieselben begehende Vieh nicht täglich in die Heimstallungen zurückgebracht werden kann, ist es eine selbstverständliche Folge, daß der temporäre Aufenthalt auf denselben sich lediglich auf die im Hochgebirge sehr verkürzte schuee- und frostfreie Jahreszeit des Sommers beschränkt und je nach der örtlichen und Höhenlage der einzelnen Hochweidediftricte nur eine Dauer von zwei bis vier Monaten besitzt. Die übrige Zeit von 8 bis 10 Monaten des Jahres bleibt der gesammte Viehstand in der subalpinen Zone, das heißt, er wird bei Hause oder „daheim" gehalten, wo für seine Ernährung größtentheils im Wege der Stallfütterung zu sorgen ist. Die nach dem Erwachen der Vegetation im Frühjahr und ebenso kurz vor Eintritt der winterlichen Kälte und Schneebedeckung des Bodens im Herbst durch ein paar Wochen mögliche und auch gemeinübliche Ernährung der grasfressenden häuslichen Nutzthiere auf den Hutweiden, sowie iu den Heimwäldern der Thal- und Mittelgebirgsregion reicht nämlich in der Regel nicht zur vollen Sättigung der Thiere hin, so daß gewöhnlich neben derselben auch während der Zeit der Frühlingsvor- und Herbstnachweide Stallfutter gereicht werden muß. Ebenso kommt auch während der sommerlichen Alpweidezeit für den bei den dauernden Wohnstätten zur Befriedigung der verschiedenen häuslichen und
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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