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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 535 -
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535 Wir finden daselbst das Rind beinahe ausschließlich für Milchgewinnung und Arbeits- leistung, also vorzugsweise als Gebrauchsthier gehalten und uur selten oder blos gelegentlich für Zuchtzwecke in Verwendung. Es ist daher in der Region der weinbau- treibenden Thäler nnd zum Theile selbst noch in den Mittellagen des Gebirges von Hornvieh-Zuchtwirthschaft nicht zu sprechen. Diese ist erst in den höheren Stufen der Hauptthäler sowie in den Bergrevieren der davon abzweigenden Neben- und Seiten- thaläste zu Hause, wird dort aber umso intensiver betrieben, als das ausgedehnte Nutz- haltungsgebiet ein ebenso sicherer als bequemer Abnehmer für die Znchtprodncte der Hochlandschaften ist. Der Race und Beschaffenheit nach ist das Rindermateriale der füdtirolifchen Zucht- räume von mehrfacher Verschiedenheit. Im tieferen Pusterthal, dann im Tauferer- und Arn- thal herrscht der schwere, vornehmlich kastanienbraune bis rußschwarze, mit unregelmäßigen weißen Zeichen und Flecken ausgestattete Unterpufter thaler Schlag oder die Pusterthal-Duxer Race. Äußerst gedrungene und breite, stämmige Körperformen, robuste Gesundheit und leichte Ernährbarkeit lassen die Angehörigen des genannten Rindertypus vor Allem als Fleischvieh werthvoll erscheinen, wie denn auch heute noch die schwersten und fettesten Mastochsen ans den angeführten Gegenden kommen. Im Oberland (Bezirk Welsberg), sowie auf den höheren Bergstufen und in einigen Seitenhochthälern der westlichen Fraction des Hauptthals ist der an den Dran-Jselthaler Schlag Osttirols sich anschließende Hochpnsterthaler Schlag verbreitet, welcher als eine constant gewordene Mischlingsform zwischen dem Pusterthal-Duxer und dem Pinzgan-Möllthaler Raeetypns ebenso ebenmäßig gestaltete als hervorragend tüchtige Melk- und Arbeitsthiere liefert, die auch in Bezug auf Frühreife und Mastfähigkeit sehr Befriedigendes leisten. Dem Oberlaufbereich des Eifackflufses ist unter dem Namen des Wippthaler oder Sterzinger Viehes ein mit der silbergrauen Stammraee des Etschthals blutsverwandter Schlag von Hornvieh eigen, der gleich gut zum Zuge wie zur Milchwirthschaft geeignet erscheint und in dieser doppelten Oualifieation namentlich für die südtirolischen Nntz- haltnngsdistriete von größter Bedeutung ist. Als Stammreviere derEtfchthaler Race sind zu bezeichnen Obervintschgan, Ulten, Passeier- und Sarnthal in Deutschtirol, dann dasFleimsthal,Primiero und der obere Nons- berg in Wälschtirol. Die kräftige Ausbildung des Knochengerüstes, die sehnige Muskulatur, die robuste Körperconstitution und das lebhafte Temperament lassen über die hervor- ragende Eignung des Etschthaler Viehes für den Zuggebrauch keinen Zweifel aufkommen. Die senkrechte Körperhöhe erreicht bei Etschthaler Racekühen durchschnittlich 135Centimeter, welcher eine Rumpflänge von 157 Centimeter und ein Körpergewicht von 420 Kilogramm entspricht.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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