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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 540 -
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540 Grundstücke daher vorzugsweise als Kuh- oder Sennalpen benutzt werden, und in der That ist diese Benützuugsweise der Hochweiden im Rayon der Südalpengruppe so vorherrschend, daß ungefähr 85 Procent als reine und gemischte Melkalpen bewirth- schaftet werden. Selbst die an den äußersten, steilsten und steinigsten Bergflanken und Stufenabsätzen der südlichen Kalkdolomitgebirge den Schafen vorbehaltenen Hochtriften haben an manchen Orten noch eine so ergiebige Weidevegetation, daß Schassennerei betrieben werden kann, wie das in Ampezzo und Primiero, insbesondere aber im Rovere- tanischen der Fall ist. Der Umstand, daß viele dieser Alpen an Ausländer verpachtet sind und auch die Mehrzahl derjenigen Alpen, welche mit einheimischem Vieh besetzt werden, gewöhnlich nicht unmittelbar von den Eigenthümern des Weideviehs benützt, sondern von Pachtuuter- nehmern bewirthschaftet werden, erklärt die Erscheinung, daß man in den Alprevieren der Kalkdolomitgruppe nur selten die zu einem rationellen Wirthschaftsbetrieb erforder- lichen Baulichkeiten antrifft. Diese beschränken sich blos auf die Sennhütten, welche zugleich Wohnstätten und Producteumagaziue sind, während Viehstallungen gewöhnlich fehlen oder nur einem kleinen Theile der Melkkühe nothdürftigen Unterstand gewähren. Am primitivsten sind natürlich die Alpenunterkünfte in der Region der Schaftriften, auf denen mehrfach, zum Beispiel auf dem als Schafalpe berühmten Nordabhang des Monte Bald o, noch Hirt- und Sennhütten vorkommen, die mit frisch abgehauenen, dach- oder zeltartig zusammengeflochtenen Baumästen gedeckt sind und von den aus dem bresciauischeu Hügel- und Flachland mit ihren hängohrigen Pflegebefohlenen heraufwandernden Heerden- führern allsommerlich errichtet werden. Einen beachtenswerthen Gegensatz zu diesen nahezu vorsintflutlich einfachen Laub- und Steinhütten auf dem Monte Baldo bilden die stattlichen „Sennhöfe" auf den berühmten Kuhalpen des Vezzenagebirges oberhalb Levico im Valsugau. Ein von Mauerwerk einge- faßter Hofraum wird von einem solid ausgeführten Gebäudetract flaukirt, dessen mittlerer Theil aus Vorhaus, Schlaf- und Vorrathskammer besteht, woran sich einerseits die Sennküche, anderseits die Milchkammer anschließt. Gegenüber erhebt sich eine zweite Gebäudefront, die das geräumige Käsemagazin enthält, zwischen welchen beiden Abtheilungen unter dem darüber hinlaufenden gemeinsamen Dach ein mehrere Stück Vieh fassender Stallraum sich befindet. Im Kalkdolomitgebiete leiden zahlreiche Alpen empfindlich an Wassermangel, indem das Schneeschmelz- und atmosphärische Niederschlagswasser in dem von zahllosen Spalten und Klüften durchsetzten Grundgestein wie in einem Siebe verschwindet und nur äußerst selten in Form von Hochquellen oder Gebirgsbächen einen oberirdischen Lauf nimmt. Es gibt sehr viele Alpen, auf denen die Weidethiere ausschließlich auf
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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