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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 546 -
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546 Hierbei nimmt das Rind in allen Theilen des Landes eine derartig dominirende Stellung ein, daß die Bedeutung der übrigen Viehgattungen nahezu verschwindet. Die 2.763 Pferde, welche am 31. December 1890 gezählt wurden, dienen nahezu ausschließlich gewerblichen und industriellen Zwecken als Zug- und Luxuspferde, so daß sie für laudwirthschastliche Arbeiten kaum in Betracht kommen. Es gestattet schon der außerordentlich parzellirte Grundbesitz dem vorarlbergschen Landwirth nicht, Pferde als Zugkraft zu wühlen, sondern er gebraucht dazu Ochsen uud Kühe oder Jungrinder, und häufig genug verrichtet er selbst die Transporte seiner kleinen Feld- und Gartenwirthschaft mit Hilfe von Handwagen und Schiebekarren oder er trägt die Lasten auf seinem Rücken ab und zu. In den Thalgegenden des Unter- und Vorderlandes verfügen die meisten bäuerlichen Anwesen über nicht mehr als 15 bis 2 5 Hektar Hausgründe, sind also geradezu Zwerg- wirthschaften. Aber auch die „Bauerngüter" des Berggebietes haben nur selten ein Aus- maß über 4 oder 5 Hektar an Acker- und Wiesland, so daß auch dort eine „Wirthschaft" in der Regel ein Object darstellt, welches nicht hinreicht, eine Bauernfamilie zu erhalten. Unter solchen Verhältnissen ist es begreiflich, daß die Pferdezucht keinen Aufschwung zu nehmen vermochte und ist es überraschend, daß dies bei der Rindviehzucht geschehen konnte. Thatsächlich ist die Zucht und Haltung des Rindes nicht nur numerisch von großer Bedeutung — Vorarlberg besaß Ende 1890 58.231 Stück Hornvieh —, sondern die angestammte Laudesrace (Montavoner) gehört mit zu den schönsten und werthvollsten Schlägen der mitteleuropäischen Alpen. Allerdings gelang es nicht, ihren Originaltypus über alle Gaue gleichmäßig zu verbreiten, nachdem der große Bedarf an Gebrauchs- thieren in den Nutzhaltungsdiftricten durch die eigene Landeszucht nicht gedeckt werden kann. Die stete Einfuhr anderer Racen und Schläge aus Tirol und der Schweiz hat namentlich im Bregenzerwald sowie im Vorderland eingewirkt. Hier überwiegt der graue Gruudtou des Haarkleides und in den Körperformen treten die der Algäuer, respective Oberinn- und Lechthaler Race zugeschriebenen Merkmale derart hervor, daß man immerhin das Vorhandensein noch eines zweiten Hornviehschlages zugeben und für denselben die Bezeichnung „Vorarlberger Algäuer" gelten lassen mag. Beide Typen von Brann- uud Grauvieh, deren äußere Erscheinung als bekannt vorausgesetzt werden darf, kommen in der Schönheit ihres Körperbaues, sowie hinsichtlich der Milchergiebigkeit ihrer Kühe überein. Unter den österreichischen Alpenländern ist Vorarlberg das milchreichste und zugleich jenes Gebiet, in dem das Sennereiwesen die größte Ausdehnnng und die vorge- schrittenste Stufe der Fabrikationstechnik erlangt hat. Das kleine Ländchen hat einen namhaften Käse-Export und in neuerer Zeit nimmt auch die Erzeugung und Ausfuhr feiner
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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