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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 547 -
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547 Speisebutter zu. Zu dem molkereiwirthschaftlichen Aufschwung trug die Einführung des Genossenschaftswesens das Meiste bei, welche schon vor 20 Jahren vom landwirthschastlichen Landesverein ins Werk gesetzt wurde. Die Bedeutung der Milchwirthschaft erhellt aus der Höhe der jährlich gewonnenen Milchmenge, welche sich nach zuverlässigen Schätzungen zwischen 550.000 und 700.000 Hektoliter bewegt. Hiervon werden rund 200.000 Hekto- liter im frischen Zustande verzehrt und bei 50.000 Hektoliter für die Kälberaufzucht verwendet, wonach 300.000 bis 450.000 Hektoliter für Sennereizwecke erübrigen. Zieht man den Durchschnitt der beiden letzteren Zahlen (375.000 Hektoliter) und berechnet man die Normalausbeute an Butter, Fett- und Magerkäse nebst Zieger mit 10 Gewichts- proeenten der verarbeiteten Milch, so beziffert sich die mittlere Jahreserzeugung an Milch- prodncten mit 37.500 Metercentner, wovon etwa ein Sechstel auf Butter, drei Sechstel auf Fettkäse, ein Sechstel auf magere Süßkäse und ein Sechstel auf saure Magerkäse nebst Zieger entfallen. In dem angegebenen Milchquantum ist auch die Milch der Melkziegen inbe- griffen, welche in der Thalregion insbesondere von den ärmeren Familien, im Gebirge behufs besserer Ausnützung der steilen und trockenen Alpweideplätze, in ziemlicher Anzahl gehalten werden. Von den Ende 1890 ohne Unterschied des Alters und Geschlechtes gezählten 12.424 Ziegeu dürften gegen 10.000 Stück auf die Kategorie der Melkziegen entfallen. Auch Schafe, und zwar unveredelte, werden in den Berggegenden zahlreich gezüchtet, jedoch nirgends gemolken. Bei der Zählung am 31. December 1890 gelangten 10.204 Schafe, darunter 3.616 Stück Mutterschafe zum Nachweis. Die Schweinezucht erscheint gleichfalls von steigender Bedeutung, indem fast in allen Theilen des Landes Schweine nicht blos zum eigenen Hausbedarf, sondern auch zum Verkauf gezüchtet und gemästet werden. Der letzterhobene Gesammtbestand an Schweinen belief sich auf 11.556 Stücke. Die gesammte Viehwirthschaft, namentlich aber die Rinder- und Schafzucht findet in der Ausnützung der umfänglichen Heim- und Alpenweiden eine ihrer Hauptaufgaben. Die gemeinschaftlichen Hntnngen der Thalregion sind allerdings weder von größerer Aus- dehnung noch von guter Ertragsfähigkeit. Aber die zahlreichen Haus- undHeimweide- gründe, welche in den Berggemeinden, insbesondere im Bregenzerwalde anzutreffen sind und häufig als Weidewechselfelder, das heißt periodisch als Äcker betrieben werden, sind für die Viehzucht und Milchwirthschaft äußerst werthvoll. Dasselbe gilt für die zwar nicht ausgedehnten, allein sehr günstig gelegenen und fruchtbaren, durchweg für Hornvieh geeigneten Nieder- und Mittelalpen der Bezirke von Bregenz, Dornbirn und Feldkirch, an welche sich die plateauartigen Hochweideflächen des Bregenzerwaldes anschließen. Die steilen uud rauhen Alpen im Oberlande weisen nur eine geringe Grasprodnction auf, 35*
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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