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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 552 -
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552 bei Bozen, sowie im Gelände von Mezzolombardo einen durchlassenden schottrigen Untergrund besitzen uud gleichzeitig genügend Wasser vorhanden ist, um die Rebgründe im Sommer während der trockensten und wärmsten Zeit entsprechend zu bewässern. Überdies wäre noch der Glimmer- und Kalkschieferböden des Valsngana und der Mergel- böden des Nousthals zu gedenken. Der Weinbau erhebt sich in Südtirol bis zu 700, ja an einzelnen Punkten bis zu 900 Meter über die Meeresfläche. Das Klima Südtirols ist dem Weinbau im Allgemeinen günstig. Die durchschnittliche Jahrestemperatur des Etschthals beträgt 11 bis 12 Grad Celsius. Der Sommer ist zumeist sehr warm und es gelangen bei schönem Herbst auch sehr spätreifende Traubensorten noch genügend zur Reife. Der Winter ist meist mild, nur selten und meist auch nur vorübergehend sinkt die Temperatur unter 5 Grad, äußerst selten auf 11 Grad Celsius unter Null herab. Ein kleiner Theil des Landes, die Gegend um den Gardasee und das Sarcathal, zeigen sogar ein der Riviera ähnliches Klima, so daß dort der Olivenbaum mit Vortheil cultivirt werden kann. Trotzdem tritt in manchen Lagen im Winter Rebtod ein. Seltener sind, von den höher gelegenen Thälern abgesehen, Frühjahrsfröste zu befürchten, doch haben auch solche in einzelnen Jahren, wie zum Beispiel 1875, sehr großen Schaden verursacht. Für den Weinbau nicht sehr günstig ist die Größe und die Vertheilnng der Nieder- schläge im Etschthal. In St. Michele schwankte der Jahresniederschlag in den letzten 15 Jahren von 570 bis 1.371 Millimeter und beträgt im Durchschnitt dieser Periode 1.044 Millimeter. Nicht weniger als sechsmal während des letzten Decenniums: in den Jahren 1882,1885, 1888 (zweimal), 1889 und 1890, übersluthete die Etsch weite Thal- flächen. Besonders ungünstig für den Weinbau ist zudem noch die Vertheilnng des Nieder- schlags. Zumeist sind es die Monate Mai und Juni und die Herbstmonate September und October, in welchen länger andauerndes Regenwetter eintritt, während in den Sommer- monaten Juli und August nicht selten die Reben in manchen Lagen selbst durch übermäßige Wärme und Trockenheit zu leiden haben. Die Herbstregen zwingen oft zu früher Lese, da sonst die Trauben der Fäuluiß anheimfallen; Spätlesen wie am Rhein und die Gewinnung stocksüßer Cibebeu wie in der Hegyalja sind in Tirol ganz unmöglich. Das gleichzeitig warme und feuchte Klima des Etschthals begünstigt auch ganz außerordentlich die Entwicklung pilzlicher Parasiten. Die sogenannte Traubenkrankheit (Olckium l'uekeri) drohte in den Fünfziger-Jahren den Weinbau Tirols geradezu zu ver- nichten, bis endlich vom Jahre 1862 an, namentlich durch die eifrige Thätigkeit des Bozener „Schwefelapostels" Comiui, der Gebrauch des Schwefelpulvers zur Bekämpfung der Krankheit sich verallgemeinerte und 1865 wieder von einem normalen Erträgniß gesprochen werden konnte.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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