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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 556 -
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556 Valsugana bildet. Von weißen Sorten sind auch da vorherrschend der Weißvernatsch, ferner die Nosiola (Dnrello), welche im Sarcathal zur Herstellung vorzüglicher Dessert- weine dient, die Biauchetta, Peverella, Maor und andere. Im Brixener Gebiet treten die altheimischen Tiroler Rebsorten gegen fremde später eingeführte Sorten zurück, da sich erstere als zu spät reifend hier, an der Grenze des Tiroler Weinbaues, schon weniger bewährten. Namentlich haben sich da weiße Sorten wie Ortlieber, Elbling, weißer Burgunder, von rothen: Portugieser und blauer Burgunder eingebürgert. Im Hauptweinbaugebiete Tirols, im Etschthal, wurde es mehrfach versucht, fremde, deutsche, österreichische und französische Rebsorten zur Herstellung feinerer Weine einzu- führen. Die erste Anregung zu solchen Bestrebungen gab Erzherzog Johann. Wir finden noch jetzt vereinzelt alte Pflanzungen solcher sogenannten Strareben, bei welchen in der Regel nicht eine einzelne Rebsorte, sondern der gemischte Satz einer bestimmten Gegend zu finden ist. In den Sechziger-Jahren wurde die Anpflanzung feinerer Rebsorten durch die Weinbauschule Klosterneuburg und ihre Schüler gefördert und stammen daher viele Pflanzungen namentlich von Riesling, Traminer und blauem Burgunder. Durch die 1874 gegründete landwirthschastliche Landeslehranstalt und Versuchsstation in St. Michele wurde namentlich auf die Einführung von Bordeauxreben zur Herstellung feinerer Roth- weine hingearbeitet, da diese durch ihre spätere Reife und größere Härte dem Burgunder im Etschthal entschieden vorzuziehen sind. Außerdem finden wir auch vereinzelt den rothen und grünen Veltliner, den Mosler, Kadarka, Blaufränkisch, der besonders im Valsugana beliebt ist und als Taseltraubeusorten deu frühreifeudeu Portugieser und vereinzelt den Gutedel. Im benachbarten Vorarlberg ist es vor Allem der blaue und frühblaue Burgunder, aus welchem jene angenehmen, etwas säuerlichen aber blumigen Tischweine entstehen, die der Vorarlberger allen anderen vorzieht, deren Menge aber lange nicht hinreicht, um den Verbrauch des Ländchens zu decken. Die Weinbereitung bietet in Tirol manche Eigenthümlichkeiten dar. Vor ungefähr 200 Jahren wurden hier wie in Niederösterreich die „gewimmten" Trauben alsbald gepreßt und als Most zur Vergährung gebracht. Erst in der ersten Hälfte des XVII. Jahr- hunderts wurde die heute übliche Behandlung, bei welcher man den Most mit den Hülsen und meist auch mit den Kämmen vollkommen vergähren läßt, von Italien her durch den Arzt H. Quarinoni in das Land gebracht. In den älteren Urkunden und in den Urbarbüchern wird auch die Praschlet (oder Maische) nicht erwähnt, sondern immer nur vom Most gesprochen. Weine, welche, um sie milder zu machen, nur kurze Zeit mit den Trestern gähren oder noch süß gepreßt werden, nennt man hier gekretzerte Weine oder Kretzer.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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