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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 561 -
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561 gewonnen, und die Ernte war eine so sichere, daß die Bauern dieselbe noch vor Beendigung der Zucht leicht verkaufen konnten; in jedem Dorfe arbeiteten in den Sommer- und Herbstmonaten wenigstens ein paar kleine Seidenspinnereien (Spinnstühle) meist unter freiem Himmel; überall hörte man das Geräusch der sich drehenden Haspeln und den fröhlichen Gesang der spinnenden Mädchen. Die durchschnittliche Cocon-Prodnction der Vierziger-Jahre gibt Staffler (Tirol und Vorarlberg 1848) im Ganzen mit 5,367.000 kleinen oder 3,220.000 Wiener Pfunden (gleich 1,803.312 Kilogramm) an, wovon 974.600 auf den Kreis Rovereto und 2,144.250 auf jenen von Trient fielen, während in Deutschtirol nur 101.250 Wiener Pfund Galetten erzielt wurden, wovon 50.000 Pfund auf den Bezirk Kältern, 30.000 Pfund auf den Bezirk Neumarkt und 250 Pfund auf Brixeu entfielen. 1852 betrug die Cocon- ernte 3,713.930 Pfund oder über 2 Millionen Kilogramm. Die Produktion war trotz des billigen Preises der Galetten im sichtlichen Steigen begriffen, als im Jahre 1855 auch in Tirol die Körperchen- oder Fleckenkrankheit auftrat. Die alte werthvolle gelbe Race fiel der Krankheit zum Opfer. Mau durchwanderte zunächst den Orient, überall nach gesundem Seidenraupensamen fahndend, um endlich, wie die übrigen Seidenländer, die Zuflucht zum fernen Japan zu nehmen. Es war namentlich der ehrwürdige Don Grazioli, welcher wiederholte Reisen unternahm, um das Land mit gesünderem, wenn auch weniger werthvollem Seidenraupensamen zu versehen. Der damals eingeleiteten Action entstammt auch ein Fond von über 100.000 Gulden, der, vom Laudesculturrath in Trient verwaltet, auch jetzt noch wesentlich zur Förderung der Seidenzucht beiträgt. Bis zum Jahre 1869 war der heimischen Seidenzucht nur ein kümmerliches Dasein beschieden. Die großen Auslagen, welche nunmehr mit derselben verbunden waren, das hänfige Mißglücken der Zuchten machten ihren Ertrag sehr zweifelhaft. Die Seiden- zucht glich einem Lotteriespiel; einzelne Glückliche gewannen, die Mehrzahl verspielte. Endlich im Jahre 1870 schimmerte den Seidenzüchtern wieder ein Hoffnungsstrahl. Mit Hilfe des Mikroskopes wurde das Wesen der Krankheit erkannt und alsbald gelang es auch, sie erfolgreich zu bekämpfen. Mit Unterstützung der Regierung brachte es die Handelskammer in Rovereto und der landwirthfchaftliche Verein (dcmsoröio u^i-ario) in Trient dazu, gesunden Samen zu erzeugen. Gleichzeitig wurden die Zuchteu im Allgemeinen kleiner und besser geleitet, daher auch sicherer. Vielfach wich die Seidenzucht wohl dem Weinbau, dem man jetzt größere Aufmerk- samkeit als früher schenkte, immerhin aber blieb sie einer der wichtigsten landwirthschaftlichen Betriebszweige, wenigstens im italienischsprachigen Landestheile, während sie in Deutschnrol allerdings fast jede Bedeutung verlor. Tirol und Vorarlberg. 3t>
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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