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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 574 -
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574 bei einigermaßen günstigen Bodenverhältnissen eine dichte Grasnarbe, und dies macht dem bäuerlichen Besitzer diese Holzart um so werthvollcr. Aus dem gleichen Gründe bildet auch die Lärche fast ausschließlich die Bestockuug der sogenannten Bergwiesen, welche als nicht zum Waldlande gerechnet in manchen Thälern, wie zum Beispiel im Nousthal, einen nicht unbedeutenden Beitrag zur Holzproduction liefern, zumal solche Bergwiesen als ein wohl behütetes Privateigenthum nicht selten besser bestockt sind als der nebenanstoßende übermäßig ausgenützte Gemeindewald. Neben der Lärche theilt sich in diesem Gebiete hauptsächlich die wegen ihres Holzes und ihrer Fruchte beliebte Zirbe in die Aufgabe, die Bestockung der obersten Thalstufen und der höchsten Waldregion zu bilden. Wenn auch in manchen Gebieten, wie zum Beispiel im Grödnerthal, durch übermäßige Nutzung bereits stark zurückgedrängt, bildet dieselbe doch in einzelnen Thälern der Centralalpen, wie zum Beispiel im Otzthal, im Kannser- und Pfnndererthal, im Snlden- uud Martellthal noch einen ansehnlichen Theil der Bestockung; sie trügt hier mit ihrer — im Gegensatz zur Lärche — gedrungenen Form und der dichten, blaugrau augehauchten Benadlnng wesentlich dazu bei, das sonst leicht einförmig wirkende Bild des reinen Nadelholzwaldes zu beleben. Sehr dankenswerth sind die Bestrebungen der Staatsforstverwaltung und der politischen Forstorgane, die Erhaltung und weitere Verbreitung dieser werthvollen Holzart durch Anpflanzungen zu sichern, zu welchem Zwecke eigene Zirben-Pflanzgärten an mehreren Orten angelegt worden sind. Die vorwiegend den Kalkbergen angehörige Legföhre fehlt in vielen Thälern des Urgebirgsbodens in den Centralalpen ganz und hat im Ganzen hier nur geringe Verbreitung; an ihre Stelle tritt iu brüchigen steilen Hochlagen zumeist die Grün- oder Alpenerle mit ihren undurchdringlich dichten Beständen. Außer dieser und der in den Thalsohlen ange- siedelten Weißerle sind Laubhölzer in diesem ganzen Gebiete selten. Wohl findet sich die Birke, die ja wie die Kiefer unter den Nadelhölzern überall ihr Heim hat und mit dem schlechtesten Standorte vorliebnimmt, in den durch Streu- und Weidenutzung herab- gekommenen, meist zunächst den Ortschaften gelegenen Berglehnen, wo sie im Verein mit einzelnen verbissenen Nadelholz-Jnngwüchsen einen sehr lichten und kümmerlichen Bestand bildet, der jedoch kaum mehr auf die Bezeichnung als „Wald" Anspruch erheben kann. Umsomehr verdienen jene einzelnen Laubholzgruppen oder auch kleinere Bestände von oft prächtigen Bergahornstämmen, von Eschen oder auch Linden (wie zum Beispiel bei Habichen im Otzthal) und anderen Laubhölzern als besondere und hier seltene Zierden der Landschaft die möglichste Schonung. Abwechslungsreicher und freundlicher als das eben geschilderte ist das Waldbild in dem Gebiete der nördlichen Kalkalpen durch die hier häufige Beimengung von Laub- hölzern, insbesondere der Buche, welche hier fast allenthalben meist eingesprengt in den
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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