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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 576 -
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576 Arlberg begleitenden Bergketten an, wo dieselbe auf dem meist trockenen und felsigen Boden allerdings nur kümmerliche Bestände zu bilden vermag. Im Süden der Centralkette, also im unteren Etschthal und dessen Seitenthälern, sowie deu kleineren, direct nach Italien ausmündenden Thälern Wälschtirols haben wir zwei wesentlich verschiedene Waldformen zn unterscheiden. Der Hochwald ist hier iu die höher gelegenen Thäler und in die obere Region der Gehänge zurückgedrängt, während im Hauptthal und auch in der unteren Region der mehr bevölkerten Seitenthäler die Nieder- waldwirthschaft platzgegriffen hat. Überwiegend ist diese Wirthschaftsform in den politischen Bezirken Riva mit 84 Procent, Trient mit 70 Procent und Rovereto mit 51 Procent; im Bezirk Tione nimmt sie 48 Procent, in jenem von Borgo 40 Procent der Waldfläche ein. Längs des Etsch- und Eisackthals reicht dieselbe bis über Bozen nach Waidbruck und bis gegen Meran hinauf, so daß iu deu beiden Bezirken von Bozen und Meran immer noch 12 und 11 Procent des Waldstandes ihr angehören. Diese buschartigen, nur selten mehr als mannshohen Niederwaldbestände sind zumeist aus einer größeren Zahl verschiedener Laubhölzer zusammengesetzt; vorwiegend sind darin theils Eichen, theils die Buche, nicht selten auch allerhand Gesträuche von Hasel, Sauerdorn, Akazien u. s. w., an den Flußläufen Erlen und Pappeln. Das Vorkommen der edlen Kastanie, welche besonders gerne zu Rebpfähleu benutzt wird, der Blüten-Esche, des Summach, der in nicht unbedeutender Menge als Gerbe- nnd Färbemittel exportirt wird, der Hopfeiibuche und selbst immergrüner Eichen verleiht diesen Buschwäldern den Charakter einer südlichen Vegetation; die sehr kurze Umtriebs- zeit von oft nur 4 bis 6 Jahren, seltener 10 bis 12 Jahren, in welcher diese Bestände genutzt werden, ist zwar in den Verhältnissen der meist armen und übervölkerten Gemeinden begründet, bildet jedoch eine Gefahr für den dauernden Bestand derselben, so wie auch manche der kahlen oder mit nur wenigem Buschwerk bestockten Lehnen, die sich in Südtirol in bedeutender Ausdehnung vorfinden, unzweifelhaft schon in früherer Zeit aus solchen Niederwaldsflächen hervorgegangen sind. Als Hochwaldbestände sind die Laubhölzer in Südtirol nur selten zu finden, nur hier und da sind Buchen, einzelne Eichen, Ulmen oder Kastanien dem Nadelwald eingesprengt oder bilden auch für sich kleinere Horste. Im Hochwald ist auch hier die Fichte weitaus überwiegend und bildet vielfach nahezu allein die Bestände. Sie gelangt hier, begünstigt durch wärmeres Klima und kräftigen Boden, selbst noch in den Hochlagen zn besonders schöner und werthvoller Entwicklung, und wir finden in Höhen von 1.500 bis 1.700 Meter noch mächtige Fichtenstämme von 36 bis 40 Meter Höhe, die ob ihrer Feinjährigkeit und Astreinheit für Schnitt- und Resonanzhölzer besonders geschätzt und (speciell aus dem Staatsforste Paueveggio) auch als Mastenhölzer für die Marine verwendet werden.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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