Seite - 582 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
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und andere zumeist dem Hochadel angehörige Jagdfreunde verpachtet sind und im Verein
mit den angrenzenden königlich baierischen Revieren den Grundstock bilden, auf welchem
die Jagd vorzüglich gedeiht. In Vorarlberg sind es meist hervorragende Industrielle,
welche sich Verdienste um die Hebung der Jagd erworben haben.
An diese gesegneten Reviere, welche auch heute noch einen durch das linke Jnnufer
begrenzten Rothwildstand, zahlreiche Gemsen und einige Rehe beherbergen, reihen sich
noch die ausgedehnten fürstlich Auersperg'schen Gemsjagden in den Seitenthälern des
Zillerthals und einige ebenfalls ärarische Jagdgebiete bei Pfunds im Oberinnthal und im
Pusterthal an. Der übrige Grundbesitz, wenn auch namentlich in den höheren Lagen
manchmal die Berechtigung der Eigenjagd gewährend, ist zu sehr zersplittert, um eine
gedeihliche Wildhege unterstützen zu können, welche außerdem in den häufig ungünstig
abgegrenzten Gemeindejagdgebieten wegen der in kurzen Zeiträumen wiederkehrenden
Neuverpachtungen behindert wird.
Damit erscheinen auch die gegenwärtigen Rothwild- sowie die besten Gems- und
Rehwildbestände bereits angegeben; Gemsen, Rehe, dann graue und weiße Hasen kommen
übrigens in geeigneten Lagen im ganzen Lande mehr oder minder zahlreich vor. In den
letzten Jahrzehnten hat sich, Dank dem Verbote des Ansgrabens und der Einschränkung
der Jagdzeit, die Zahl der Murmelthiere namentlich im Gebiete des Stubaier und Ötzthaler
Alpenstocks bedeutend vermehrt. Es ist das einzige Jagdthier, von welchem in Tirol eine
größere Anzahl erlegt wird als in den anderen nachbarlichen Gebirgsländern, seitdem
der einst in Tirol urstammlich heimische Alpensteinbock, dessen letzte Spur sich im Puster-
thal auf circa 1730 zurückführen läßt, ausgerottet ist. Von den einst, sowohl in Vorarlberg
als auch in den Etschsümpsen Tirols, häufigen Wildschweinen verfiel das letzte angeblich
im Jahre 1707 in den Sümpfen von Kaltem als Jagdbeute; auch Biber, welche wohl im
Unterinnthal vorkamen, wurden zu Anfang dieses Jahrhunderts noch bei Vils im Lech-
thal erlegt. In den südwestlichen Landestheilen werden alljährlich noch einige Bären
geschossen; die übrigen großen Raubthiere sind ausgerottet; der letzte Wolf wurde im
Jahre 1864 bei Schneeberg im Passeier gefangen, der letzte Luchs 1873 bei Graun
geschossen. Dachse, Füchse, Fischottern, Edel- und Steinmarder, Iltisse, Hermelinwiesel
und gemeine Wiesel kommen im ganzen Lande in wechselnder Häufigkeit vor. Über das
einstige Vorkommen der Wildkatze fehlen zuverlässige Berichte.
An Federwild findet sich das Auerhuhn, zahlreicher das Birkhuhn und das Hasel-
huhn, im Süden häufiger das Steinhuhn, das Schneehuhn, in der Niederung das Rebhuhn
und die Wachtel, welche letztere in manchen Jahren zur Herbstzeit in großen Zügen
erscheint und den vorzüglichsten Gegenstand der Suche mit dem Vorstehhund bietet.
Außerdem werden die Flüsse und Seen mit ihren sumpfigen Seitenarmen und Zuflüssen
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Tirol und Vorarlberg, Band 13
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Tirol und Vorarlberg
- Band
- 13
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1893
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.12 x 23.1 cm
- Seiten
- 624
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch