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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 586 -
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586 Vom Häringer Berg an zieht sich die Schichte über Kufstein hinaus und hat eine blühende Industrie hervorgerufen; Ebbs an der baierischen Grenze ist noch eine Fundstätte von Cement. Das Diluvium enthält nirgends nutzbare Stoffe. Es reicht hoch in die Berghänge hinauf und ist Zeuge einstmaliger weitreichender Vergletscherung. Die Gletscher sind gegen- wärtig in Tirol im Rückgang begriffen. Von den Plutonischen Gesteinen ist fast die ganze Reihe der älteren Gesteine entwickelt, die jüngeren haben nur den Basalt in Südtirol als Vertreter. Während in Kärnten die meisten Mineralquellen aus Plutonischen Gesteinen kommen, ist das in Tirol nicht der Fall. Unsere meisten Mineralquellen entstehen nur aus Zersetzungen kiesreicher Gesteine. Auch bei den Säuerlingen von Obladis und Rabbi ist jener Zusammenhang nicht nachweisbar. Dasselbe gilt bezüglich der warmen Quellen von Dux und Brenner, während jene von Höring offenbar im Zusammenhang mit dem Kohlenberg- werke steht. Auch ist in Tirol nur selten an ein eruptives Gestein eine besondere Ausbildung erzführender Schichten geknüpft. Dagegen liefern diese Gesteine ausgezeichnete Nutzsteine. Der Granit in der Gegend von Franzensseste und die rothen Porphyrplatten von Bozen finden eine weitverbreitete Anwendung im Baufach. Der schöne Pechsteinporphyr von Weidbruck und Auer, sowie die Serpentine vom Schlosse Sprechenstein und anderen Orten werden vielfach verschliffen. Letztere sind freilich nicht eruptiv, sondern gehören in die Primärformation. Dieselbe Formation liefert auch den weißen Marmor von Laas und Mareit. Der weiße Marmor vom Spertenthal und der schwarze bei St. Johann im Großachtenthal harren noch der Ausbeutung. Nebst diesen Nutzsteinen führt die Primär- formation noch Gold eingesprengt. Es wurde auch im Inn, in der Dran und in der Sill einstmals Goldwäscherei betrieben. Gold aus der Sill bei Innsbruck kann man in der Sammlung des Schlosses Amras sehen. An einzelnen Punkten der Centralalpen wurde auch auf Gold geschürft. Das bekannteste Goldbergwerk Tirols ist das vom „Heinzenberg" im Zillerthal bei Zell, das im Jahre 1506 eröffnet wurde, aber nie größere Mengen lieferte. Im Jahre 1870 wurden die beiden letzten Knappen in den Ruhestand versetzt und das Werk aufgelassen. Im Jahre 1879 übernahm ein amerikanisches Comite sämmtliche Stollen, eröffnete neue und stellte ein Pochwerk her, welches das gewonnene Erz zermalmt. Dieser Staub wird sodann in den Goldmühlen geschlemmt. Durchschnittlich werden aus 1.000 Kilogramm Erz 1'/« Gramm Gold gewonnen. Von altersher wurde auch im Jselthal (Windifchmatrei) auf Gold geschürft. Gegenwärtig scheint der Goldbergbau im Jselthal etwas thatkräftiger in Angriff genommen zu werden. Wichtiger sind die Eisen- und Kupfererze, die sich in den Thonschiefern der Centralalpen finden. Das verschwundene Eisenwerk von Wattens, sowie die noch gegenwärtig betriebenen Werke von Jenbach und Pillersee nehmen ihren Eisenspath aus dem nächst gelegenen Schiefergebirge. Das berühmte
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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