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damals und heute mögen folgende Angaben beleuchten. Der Bergbau am Falkenstein
lieferte im Jahre 1523 15.855 Mark (1 Mark — 233 89 Gramm) Brandsilber und
20.000 Quiutal Kupfer. Der Bergbau von Rattenberg (Geier und Manknerötz) lieferte
im Jahre 1483 allein 48.097 Mark Silber. Der berühmte Bergbau am Röhrer Bichl bei
Kitzbüchl trug im Jahre 1552 22.913 Mark Silber. Und dies waren nur die wichtigsten
Bergwerke. Überall wurden die Eingeweide der Berge durchwühlt, bestand ja in Fügen
ein eigenes Bergamt für Zillerthal. Nur in Südtirol scheint der Bergbau, wenigstens in
historischer Zeit, nie geblüht zu haben, obwohl es im alten Stadtsiegel von Trient heißt
ZVlvlltes nrZentum iiutii ckant nomenqus trickontum. Dagegen werden heute nach dem
Ausweise vom Jahre 1889 in Brixlegg und Prettau 2321 Quintal Kupfer im Werthe
von 133.742 Gulden erzeugt. Gold- und Silbererze wurden nicht gewonnen, wohl aber
gold- und silberhaltige Halbprodukte. Blei- und Zinkerze wurden im Jahre 1889 in den
Bergbauen vom Rabenstein, Schneeberg und Silberleithen gewonnen. Die Erzeugung von
Bleierzen betrug 8028 Quintal. Verhüttet wurden diese Erzeugnisse in Tirol nicht, sondern
die Erze vom Rabenstein nach Littai in Krain, die vom Schneeberg nach Pribram und die
von Silberleithen an die Hütte Stollberg bei Achen geliefert. Die Zinkerze wurden in Tirol
gleichfalls nicht verhüttet. Die meiste Zinkblende lieferte der Bergban Schneeberg und
Silberleithen. Im Ganzen wurden 27.272 Quintal Erz erzeugt und die Erze vom
Schneeberg nach Frankfurt am Main und die von Silberleithen nach Achen geführt. So
ist der Bergsegen von Tirol nurmehr ein schwacher Überrest des früheren. Nur ein Berg-
werk ist in seinem Ertrage verhältnißmäßig gleichgeblieben, nämlich das Salzbergwerk von
Hall, nnd soll nach der Ansicht von R. Schmid auch bei schärferem Abbau für 600 bis
800 Jahre der Ertrag gesichert sein.
Der tirolische Salzberg, der Vater von Hall, wird aus triasischen Schichten auf-
gebaut. Er liegt zwei Stunden nördlich von Hall im sogenannten Hallthal. Das Gebirge,
wo das Salz sein Lager hat, heißt Wildangergebirge. Vom Innthal aus kann man den
Salzberg in seinem vollen Umfange nicht sehen, da der Vorberg den Anblick hindert. Das
Hallthal trennt diesen Vorberg vom Salzberg und das sogenannte Thürl verbindet ihn
damit. Gegen Westen wird das Wildangergebirge vom Pleißer Joch begrenzt, im Norden
daran liegt das Jßthal. Das Salz befindet sich im sogenannten Haselgebirge. Dieses ist
ein Gemenge von Thon, Gyps und Salz. Im Thon ist das Salz sehr ungleich vertheilt.
Manchmal ist der Thon ganz leer von Salz, bisweilen erreicht der Salzgehalt bedeutend
das Übergewicht, ja es kommen auch Lagen vor, die aus reinem Steinsalz bestehen. Die
Farbe des Salzes ist eine sehr verschiedene, am seltensten ist das blaue. Dieses Salz-
vorkommen wird von zahlreichen Mineralien begleitet. In dieser Hinsicht ist es das reichste
von allen alpinen Salzlagern, während es an Salzgehalt das ärmste ist — höchster Gehalt
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Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Tirol und Vorarlberg, Band 13
- Titel
- Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
- Untertitel
- Tirol und Vorarlberg
- Band
- 13
- Herausgeber
- Erzherzog Rudolf
- Verlag
- k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
- Ort
- Wien
- Datum
- 1893
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 16.12 x 23.1 cm
- Seiten
- 624
- Schlagwörter
- Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
- Kategorien
- Kronprinzenwerk deutsch