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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Tirol und Vorarlberg, Band 13
Seite - 588 -
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588 damals und heute mögen folgende Angaben beleuchten. Der Bergbau am Falkenstein lieferte im Jahre 1523 15.855 Mark (1 Mark — 233 89 Gramm) Brandsilber und 20.000 Quiutal Kupfer. Der Bergbau von Rattenberg (Geier und Manknerötz) lieferte im Jahre 1483 allein 48.097 Mark Silber. Der berühmte Bergbau am Röhrer Bichl bei Kitzbüchl trug im Jahre 1552 22.913 Mark Silber. Und dies waren nur die wichtigsten Bergwerke. Überall wurden die Eingeweide der Berge durchwühlt, bestand ja in Fügen ein eigenes Bergamt für Zillerthal. Nur in Südtirol scheint der Bergbau, wenigstens in historischer Zeit, nie geblüht zu haben, obwohl es im alten Stadtsiegel von Trient heißt ZVlvlltes nrZentum iiutii ckant nomenqus trickontum. Dagegen werden heute nach dem Ausweise vom Jahre 1889 in Brixlegg und Prettau 2321 Quintal Kupfer im Werthe von 133.742 Gulden erzeugt. Gold- und Silbererze wurden nicht gewonnen, wohl aber gold- und silberhaltige Halbprodukte. Blei- und Zinkerze wurden im Jahre 1889 in den Bergbauen vom Rabenstein, Schneeberg und Silberleithen gewonnen. Die Erzeugung von Bleierzen betrug 8028 Quintal. Verhüttet wurden diese Erzeugnisse in Tirol nicht, sondern die Erze vom Rabenstein nach Littai in Krain, die vom Schneeberg nach Pribram und die von Silberleithen an die Hütte Stollberg bei Achen geliefert. Die Zinkerze wurden in Tirol gleichfalls nicht verhüttet. Die meiste Zinkblende lieferte der Bergban Schneeberg und Silberleithen. Im Ganzen wurden 27.272 Quintal Erz erzeugt und die Erze vom Schneeberg nach Frankfurt am Main und die von Silberleithen nach Achen geführt. So ist der Bergsegen von Tirol nurmehr ein schwacher Überrest des früheren. Nur ein Berg- werk ist in seinem Ertrage verhältnißmäßig gleichgeblieben, nämlich das Salzbergwerk von Hall, nnd soll nach der Ansicht von R. Schmid auch bei schärferem Abbau für 600 bis 800 Jahre der Ertrag gesichert sein. Der tirolische Salzberg, der Vater von Hall, wird aus triasischen Schichten auf- gebaut. Er liegt zwei Stunden nördlich von Hall im sogenannten Hallthal. Das Gebirge, wo das Salz sein Lager hat, heißt Wildangergebirge. Vom Innthal aus kann man den Salzberg in seinem vollen Umfange nicht sehen, da der Vorberg den Anblick hindert. Das Hallthal trennt diesen Vorberg vom Salzberg und das sogenannte Thürl verbindet ihn damit. Gegen Westen wird das Wildangergebirge vom Pleißer Joch begrenzt, im Norden daran liegt das Jßthal. Das Salz befindet sich im sogenannten Haselgebirge. Dieses ist ein Gemenge von Thon, Gyps und Salz. Im Thon ist das Salz sehr ungleich vertheilt. Manchmal ist der Thon ganz leer von Salz, bisweilen erreicht der Salzgehalt bedeutend das Übergewicht, ja es kommen auch Lagen vor, die aus reinem Steinsalz bestehen. Die Farbe des Salzes ist eine sehr verschiedene, am seltensten ist das blaue. Dieses Salz- vorkommen wird von zahlreichen Mineralien begleitet. In dieser Hinsicht ist es das reichste von allen alpinen Salzlagern, während es an Salzgehalt das ärmste ist — höchster Gehalt
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Tirol und Vorarlberg, Band 13
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Tirol und Vorarlberg
Band
13
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1893
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
16.12 x 23.1 cm
Seiten
624
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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