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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 234 -
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234 Völker, die Hermunduren, Longobarden, Narisker, Markomannen, Qnaden, Jazyger, mit den Waffen in der Hand die Donaugrenze überschritten und Wohnsitze auf römischem Gebiet verlaugteu. Dreimal (167, 170 und 174) mußte Kaiser Marc Aurel an die Donau ziehen, um deu Anprall zurückzuweisen, der ohne Zweifel durch das Vordrängen der Slaven von Osten gen Westen hervorgerufen war. Von da an schwindet der Name Bojhämnm auf Jahrhunderte hinaus aus der Geschichte, während der Name der Markomannen noch lange nachhallt. Eine sehr freund- liche Erscheinung tritt uns noch vor dem völligen Verschwinden des Volkes entgegen: die Königin Fritigild, die im Jahre 396 Boten an den Mailänder Bischof Ambrosius sandte, um von ihm Belehrung im christlichen Glauben zu erbitten. Auf die Markomannen folgen im Besitz des Landes Völker slavischer Abstammung, von den westlichen Völkern Wenden genannt. An der Wende des V. zum VI. Jahr- hundert erstreckten sich ihre Sitze bis an die Elbe. Um diese Zeit war es wohl, daß Mähren seine ersten slavischen Ansiedler erhielt und das alte Bojhämnm sich den Slavenstämmen öffnete. Die Reste der früheren Bevölkerung gingen in der neuen Bewohnerschaft auf. Übernahmen doch die slavischen Ankömmlinge sogar den keltischen Namen von Brünn: Ebnroduuum als Brnen-grad (Lehmburg), den keltischen Namen Kelamancia als Golomonc (Holomac) in ihre Sprache, ebenso wie die böhmischen Slaven den Namen der Korkontier in der Benennung des Rieseugebirges (Krkouose) und die Flußnamen Jsara und Agara als Jizera und Ogra bis auf den heutigen Tag bewahren. Gegen das Ende des VI. Jahrhunderts erscheinen die ebenso mächtigen als gewaltthätigen Avaren auf dem Plane der Geschichte. Ihr Hauptsitz war das ungarische Donanland. Unter ihrem Schutz verbreiteten sich die Slovenen im Bereiche der Ostalpen bis an die Baiern, nordwärts der Donau schlössen sich die Slaven Böhmens und Mährens an. Alle diese Völker hatten unter der Gewaltherrschaft der Avaren furchtbar zu leiden, bis um das Jahr 600 die Stunde der Befreiung schlug. Die Slaven schüttelten das avarische Joch unter Führung eines Mannes ab, der wie ein Meteor in der Geschichte erscheint. Der schlichte Handelsmann aus dem durch die seunouischen Gallier berühmt gewordenen Sennonae-Gan (dem heutigen Sens bei Fontaineblean), mit Namen Sa mo, welcher durch langjährigen Aufenthalt in den westlichen Slavenländern sich mit der Sprache, den Sitten und Wünschen dieser Völker vertraut gemacht hatte, gab den Anstoß zu dem Befreiungskampfe und wurde, da das Werk glückte, von den dankbaren Völkern zur Königswürde berufen. Samos Macht nahn: rasch einen ungeahnten Aufschwung. Stamm für Stamm schlössen sich die Slaven ihm an; so im Süden die karentanischen Winden, so im Norden die Sorben an der thüringischen Saale. Der Kern des neuen Völkerbundes war Böhmen. Das unerwartete Aufkommen einer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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