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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 236 -
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236 der große Doppelstamm der Chromaten am Oberlaufe der Elbe. Im Süden hausten die Dndleber und Netolicer, während die Bewohner des westlich gelegenen Gebietes an der Watawa, Radbuza und Mies keinen Stammesnamen aufweisen. Der Stamm war der Jubegriff mehrerer Geschlechter, die als Genossenschaften in Dorfansiedlungen lebten und gemeinsame Familien- oder andere Collectivnamen trugen. Jedem Stamm diente eine gemeinsame Bnrg oder bei größeren Stämmen mehrere Burgen als Vereinigungsort im Frieden und als Zufluchtsstätte zu Zeiten der Gefahr. Der erste seit Samo's Zeiten genannte Fürst war Krok, der Stammesfürst der Czechen, Vater der drei Schwestern Kazl, Teta,Ljubosa (Libussa), von welchen nach Kroks Tode die letztgenannte zur Fürstin berufen wnrde. Ihr Sitz war nicht mehr die väterliche Burg Krakow, sondern die Burg Chrasteu, von da an Vysegrad (Hochburg) genannt und nach slavischer Sitte als die Mutter aller Burgen des Landes bezeichnet. Zum Gemal wählte Ljubosa einen Angehörigen des Stammes Belina, Premysl, welcher der Ahnherr jenes Fürsten- und Königsgeschlechtes wnrde, das nach ihm den Namen Premysliden führte und bis zum Beginn des XIV. Jahrhunderts die Geschicke Böhmens leitete. Zeitalter der Premysliden. — Das Volk, in seiner Hingebung an den Herrscherstamm, umgab frühzeitig den Vorgang, wie der Ackersmann von Staditz vom Pfluge weg auf deu Fürstenstuhl berufen wurde, mit dem Farbenschmuck sagenhafter Dichtuug. Das Ackerfeld, welches Premysl Pflügte, als die Abgesandten der Fürstin kamen, die Haselstaude, welche aus der in den Boden gesenkten Pflugreute aufsproß, wurden noch nach Jahrhunderten hochgehalten und noch Kaiser Karl IV. ehrte den Ort, indem er die Besitzer des Premyslfeldes mit namhaften Freiheiten belieh. Auch sonst sind die Anfänge des böhmischen Stammesfürstenthums mit historischen Sagen gar reich ausge- stattet, so daß in der That Grillparzers Wort gilt, der da meint, die älteste Geschichte Böhmens sei die romanhafteste, die er kenne. Mit Karl dem Großen kommt wieder Bewegung in das Land. Nach Beendignng des Avarenkrieges begannen die Angriffe auf Böhmen, um diese alte Laudesfeste den Franken Unterthan zu machen. Unter Karls ältestem Sohne brachen 805 drei Heere in das Land; am Fuße des sagenhaften Berges Rip, dort, wo die drei Flüsse Eger, Elbe und Moldau sich vereinigen, trafen die Heersäulen zusammen. Doch mußte das Land, dessen Bewohner dem offenen Kampfe auswichen, ob Mangels an Verpflegung wieder verlassen werden. In diese Zeit fällt wohl der Anfang der Tribntpflichtigkeit Böhmens, und wie die Benennung „Kaiser" von Cäsar hergeleitet wird, so ergab der Name „Karl" die Bezeich- nung „Kral", welche bei den böhmischen Slaven aufgekommen und in der Bedeutung „König" von allen Völkern des Ostens aufgenommen wurde. Wie wenig bezwnngen übrigens das Land war, erhellt aus den, das ganze IX. Jahrhundert fortdauernden
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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