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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 248 -
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248 Der zweitnächste Fürst von Böhmen, welcher der Königswürde theilhaftig wurde, war Vladislav II., ein kühner, kriegerischer Mann nnd ebenso klug und thatkräftig als Politiker. Vladislav machte den zweiten allgemeinen Kreuzzug mit, wo er auf dem Rück- wege Constantinopel, Kiew und Krakau kennen lernte. Folgenreicher war sein Anschluß an Kaiser Friedrich, als dieser den Zug gegen Mailand unternahm. Noch vor Beginn der Heerfahrt vom Kaiser mit der Königswürde bedacht, zog er mit einer kriegslustigen Freischaar über die tirolischen Alpen in die Ebenen der Lombardie. Die Findigkeit und Tapferkeit der Böhmen trug viel zu dem Gelingen des Unternehmens bei. Während des feierlichen Dankgottesdienstes im Kriegslager vor Mailand setzte der Kaiser dem Könige eine kostbare Krone auf das Haupt und überhäufte ihn auch sonst mit Gnaden- bezeugungen. Im Jahre 1160 unternahm Vladislav einen Kriegszug nach Ungarn, um dem König dieses Landes gegen die Byzantiner Hilfe zu bringen. Mit dem XIII. Jahrhundert begann die glanzvollste Periode der Premysliden- Herrfchaft in Böhmen. Glückverheißend war schon der Schluß des XII. Jahrhunderts, als die beiden Brüder Premysl Ottokar I. und Vladislav Heinrich zum Wohl des Vater- landes ihren Fehden ein Ende machten und sich dahin einigten, daß Premysl Landesfürst von Böhmen und Haupt der Herrscherfamilie fein sollte, während Vladislav als Markgraf Mähren behielt. Premysl Ottokar I. erwarb die Königswürde, die bis dahin blos eine persönliche war, seinem Hause für immer, denn auch das Oberhaupt der Kirche anerkannte fortan das böhmische Königthum (1204). Kaiser Friedrich II. bestätigte es 1212 für alle folgenden Zeiten. Hierbei erhielten die bisherigen Verpflichtungen Böhmens an das Reich eine andere, die größere Selbständigkeit des neuen Königreichs gewährleistende Form; doch blieb die Bestätigung des vom Lande gewählten Königs dem Kaiser vorbehalten. Zum großen Vortheil des Landes wurde die Seuioratserbsolge eudgiltig abgeschafft und kam fortan die Nachfolge der Erstgeborenen zur Geltung. Je weniger abhängig übrigens Böhmen vom Reiche war, desto lebhafter wurden die Wechselbeziehungen derselben, auf welche die verwandtschaftlichen Verhältnisse zwischen den Herrscherfamilien einen nicht geringen Einfluß übten. Mit Beginn des XIII. Jahrhunderts hebt der Zuzug deutscher Elemente in Böhmen und Mähren an, die Anfänge deutschen Städtewesens machen sich mit Macht bemerkbar, der königliche Hof, der Adel, der Regular- clerus nehmen mehr und mehr deutsche Sitten an, zumalKöuig Wenzel I.,Premysls ältester Sohn und Nachfolger, der deutschen Hohenstauserin entsprossen, ein entschiedenerFörderer des Deutschthums war. Dabei erlangte das Land durch tiefen Frieden, durch seine reichen Naturschätze, sowie durch den lebhaft betriebenen Handel einen ungeahnten Aufschwung. Da, mitten im tiefsten Frieden, brach der Tatarensturm los. Unter Batn, einem Enkel Dschinggischans, drangen die grausigen Asiaten in ungezählten Mengen in das
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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