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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 254 -
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254 ohne männliche Erben stürbe, den ältesten seiner Brüder und dessen Erben als Nach- folger anzuerkennen. Obgleich Rudolf auf vielfachen Wunsch sich mit Elisabeth von Polen, der Wittwe König Wenzels II., vermälte und die zerrütteten Finanzen des Königreichs zu ordnen redlich bestrebt war, indem er von den königlichen Einkünften wöchentlich 1000 Mark zur Tilgung der Schulden des Fiskus verwendete, widersetzten sich ihm doch einige Anhänger Heinrichs von Kärnten unter dem Adel Südwestböhmens; bei Belagerung von Horazdiowitz, einer Burg des Bawor von Strakonitz, starb Rudolf, erst 26 Jahre alt, an der Ruhr (4. Juli 1307). Bald darauf wurde der Oberstlandmarschall Tobias von Bechin, Führer der Habsburgischen Partei, welche des verstorbenen Königs ältesten Bruder, Herzog Friedrich von Österreich, als König anerkennen wollte, durch Anhänger Heinrichs von Kärnten ermordet und dadurch die ganze Partei so eingeschüchtert, daß Heinrich zum König gewählt werden konnte (15. August 1307). König Albrecht verhängte zwar die Acht über Heinrich, doch gelang es ihm nicht mehr, denselben mit Waffengewalt aus Böhmen zu vertreiben, da er schon am 1. Mai 1308 dem Mordstahl seines ruchlosen Neffen Johann erlag. Obgleich Heinrich nicht der Mann war, durch Thatkraft seinen Anhang zu ermuthigen und seine Gegner einzuschüchtern, so stand doch die Mehrheit der deutschen Bürger von Prag und Kuttenberg ganz entschieden auf seiner Seite und nahm deshalb einige Adels- häupter, die gegen ihn Verrath spannen, darunter den Oberstlandmarschall Heinrich von Lipa, gefangen (Februar 1309); nur unter der Bedingung ließ man sie frei, daß bei Berathung über allgemeine Landesangelegenheiten von nun an auch die Bürger um ihre Zustimmung befragt würden. Heinrich von Lipa und seine Freunde bemächtigten sich hierauf Prags, vertrieben ihre Gegner und bekämpften mit Erfolg die Truppen, welche König Heinrich aus Kärnten und Tirol hatte kommen lassen, sowie jene, die ihm der Markgraf Friedrich von Meißen zu Hilfe geschickt hatte. Im Juli 1310 begab sich eine Gesandtschaft der Gegner Heinrichs von Kärnten, bestehend aus drei Eistercienseräbten, drei Adeligen und sechs Bürgern von Prag und Kuttenberg, im EinVerständniß mit Elisabeth, der jüngeren Tochter weiland König Wenzels II., zum römischen König Heinrich VII. (ans dem Hause Luxemburg) nach Frankfurt, um sich dessen Sohn Johann zum König von Böhmen, sowie zum Gemal der Prinzessin Elisabeth zu erbitten. In der That belehnte König Heinrich VII. am 31. August 1310 zu Speier seinen vierzehnjährigen Sohn mit dem Königreich Böhmen, dessen Vermäluug mit der achtzehnjährigen Elisabeth gleichzeitig gefeiert ward. Begleitet vom Mainzer Erzbischos Peter, der als ehemaliger böhmischer Kanzler mit den Verhältnissen des Landes vertraut war, zog Johann hierauf mit Heeres- macht vor Prag, welches sich wieder im Besitz Heinrichs von Kärnten befand. Die Einnahme Prags ward dadurch ermöglicht, daß die Anhänger Johanns ihm ein Thor
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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