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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 258 -
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258 Erzbisthum erhob,welchem die Bisthümer Olmütz und das ueugegründeteLeitomischl unter- geordnet wurden. Nach dem Tode seines Vaters wurde Karl am 2. September 1347 auf Grund eines von ihm selbst nach dem Vorbild des französischen eingeführten Rituals durch den ersten Prager Erzbischos Ernst zum König gekrönt. Die alte böhmische Krone war wohl unter dem verschwenderischen König Johann veräußert worden, weshalb Karl behufs seiner Krönung eine neue, die noch gegenwärtig in der Kronkammer oberhalb der St. Wenzelskapelle des Prager Doms aufbewahrte Krone anfertigen ließ. Doch konnte sich Karl vorerst nur vorübergehend den böhmischen Angelegenheiten widmen, da es sich ihm damals noch darum handelte, die allgemeine Anerkennung als römischer König bei den deutschen Reichsständen durchzusetzen. Nach Kaiser Ludwigs Tode (ll. October 1347) stellten nämlich dessen Söhne einen Gegenkönig nach dem anderen auf. Keinen derselben ließ Karl erhebliche Geltung gewinnen, mit Argusaugen verfolgte er alle Schritte seiner Gegner, ja schließlich (März 1349) sprengte er die compacte Wittelsbach'sche Opposition durch seine Vermälnng mit Anna, der Tochter des Kurfürsten Rudolf von der Pfalz, worauf sich im Mai der letzte Gegenkönig Günther und die Wittelsbacher unterwarfen. Auf seinem Romzuge huldigten Karl, der zu Mailand (6. Januar 1355) mit der „eisernen" lombardischen und zu Rom (5. April) mit der Kaiserkrone gekrönt wurde, alle Siguoreu und Communen Reichsitaliens, selbst Florenz, welches seinem Groß- vater aufs heftigste widerstrebt hatte. Dem phantastischen Apostel der nationalpolitischen Einheit Italiens, Cola di Rienzo, rief Karl die ernsten Worte zu: kortuinur te, ut äimittus pkantasticu, und Petrarca, dem für das classische Alterthum glühend begeisterten Dichter, der durchaus Römerschlachteu sehen wollte, hielt er mit ironischem Lächeln über solche politische Unmündigkeit den Wahlspruch entgegen: Omnia prius temptancka quam kerrum, et msäici volunt et caesares ckiäicerrmt. Nach seiner Rückkehr vom Romzug wollte Karl seinem Königreich Böhmen die Wohlthat eines geschriebenen Landrechtes zuwenden. Dem böhmischen Adel mißfiel jedoch der karolinische Landrechtsentwurf gar sehr. Er befürchtete, daß ihm mit der Verpflichtung, nach einem geschriebenen Gesetzbuch Recht zu sprechen, sein Gesetzgebungsrecht eingeschränkt werden würde. Mit dem entschiedensten Mißtrauen erfüllte den Adel ferner die im Entwurf offen ausgesprochene Absicht Karls, die Jnstizhoheit der Krone durch den Vorbehalt der peinlichen Strafgewalt zu stärken, sowie der Umstand, daß darin dem Streben des Adels, sich durch verpfändete Krongüter zu bereichern, durch die strengsten Vorschriften ein Riegel vorgeschoben war. Endlich war es das Verbot der Bündnisse und der Privatsehden des Adels, welches letzteren bewog, die Annahme des Entwurfs zu verweigern. Karl scheute den offenen Kampf mit der starken Adelsmacht und befürchtete, daß Zwietracht mit den
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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