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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 266 -
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266 daher von den Prälaten seiner Länder und der Prager Universität vollständige Neutralität den beiden Päpsten gegenüber. Der Prager Erzbischos Zbynek Zajic von Hasenburg blieb jedoch Gregor XII. treu und an der Universität erklärte sich von den vier Nationen nur die böhmische für die Neutralität, während die gleichfalls dem römischen Papst anhängenden drei anderen Nationen, die baierische, sächsische und polnische wider- sprachen, so daß ein Beschluß nicht zustande kam. Als Wortführer der böhmischen Nation trat bei dieser Gelegenheit Johann von Hnsinec, kurz Hus genannt, hervor, seit 1396 Magister der freien Künste und seit 1402 Prediger an der Bethlehemskapelle in Prag, in welcher Eigenschaft er ebenso wie frühere Prager Sittenprediger (Konrad von Waldhauser, Milic von Kremsier n. A.) die kirchlichen Mißbräuche, sowie die Sitten- losigkeit der Geistlichkeit oft eifrigst gerügt und überdies Lehren aus den ihm bekannt gewordenen Schriften des Engländers John Wieliff verbreitet hatte. Hus und die meist gleichfalls wicliffitifch gesinnten Magister der böhmischen Nation benutzten den Ärger König Wenzels über die ihnen auch als Gegner Wicliffs verhaßten deutschen Magister, um durch Nikolaus von Lobkowitz, einen Günstling des Königs, diesen zum Erlaß eines Decrets zu veranlassen, welches das bisherige Stimmenverhältniß der Nationen an der Universität umkehrte, indem es der böhmischen Nation drei Stimmen, den drei übrigen Nationen aber zusammen nur eine Stimme zutheilte. Diese Maßregel war in mehrfacher Beziehung ungerecht: einerseits waren die drei deutschen Nationen an Kopfzahl der böhmischen vielfach überlegen, andererseits hatte die Selbstverwaltung aller damaligen Universitäten bisher so fest gestanden, daß Eingriffe der Landesregierungen oder gar Umsturz der autonomen Statuten durch dieselben völlig unerhört waren. Die Deutschen, durch den Gewaltstreich des Königs schwer getroffen, machten vergebens den Vorschlag, die Universität in zwei Theile zu scheiden, von welchen einen die drei Nationen der Deutschen, den andern die Cechen bilden sollten. Daher verließen, nachdem Nikolaus von Lobkowitz mit bewaffneten Begleitern im Namen des Königs dem damaligen Rector Universitätssiegel, Matrikel und Schlüssel abgenommen hatte, die deutscheu Magister und Studenten Prag im Sommer 1409, worauf sich der isolirte Prager Erzbischos sammt seinem Elerus dem auf dem Concil zu Pisa gewählten Papst Alexander V. unterwerfen mußte. Über Hus aber, der das erzbischöfliche Verbot, zu predigen, unbeachtet gelassen und an den Papst appellirt hatte, verhängte der Erzbischos trotz Verwendung König Wenzels im Juni 1410 die Excommnnication. Dasselbe that im Februar 1411 Papst Johann XXIII., Nachfolger Alexanders V., weil Hus ungeachtet der an ihn ergangenen Citation an die päpstliche Curie nicht erschienen war. Als im Mai 1412 die Bulle Johannes' XXIII., die zum Kreuzzug gegen König Ladislaus vou Neapel, die Haupt- stütze Gregors XII., aufrief und Allen, die dazu Geld hergeben würden, Ablaß verlieh,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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