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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 272 -
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272 Diese Einfälle in denlsche Länder veranlaßten noch zwei Züge deutscher Reichs- söldnerheere unter Führung des Kurfürsten Friedrich von Brandenburg nach Böhmen. Das eine drang im Jahre 1427 bis Mies vor, das andere 1431 bis Tachan, jedoch beidemal ergriffen die feigen gemiethete« Kriegsknechte beim Heranzug der Husiteu uuter Prokop die Flucht. Als somit jede Hoffnung anf Sieg durch Waffengewalt verschwunden war, sah sich das vom Papst uugeru nach Basel einberufene Concil genöthigt, selbst die Hnsiten einzuladen, Gesandte zu Verhandlungen über ihre kirchlichen Forderungen und über Abschluß eines Waffenstillstandes nach Basel zn schicken. Letzterer wurde vom böhmischen Landtag abgelehnt, weil die Taboriten und Waisen von ihren Raubzügen in die Nachbarlande nicht ablassen wollten, dieselben vielmehr in den Jahren 1431 bis 1433 noch weiter, bis in die Zips und an die Ostsee ausdehnten. Was aber die kirchlichen Forderungen betrifft, so wurden zwischen Prag nnd Basel wiederholt Gesandtschaften gewechselt, bis die Mehrheit eines böhmisch-mährischen Landtages zu Prag die bisher vereinbarten Präliminarien, „Compactaten" genannt, annahm (November 1433), in welchen aber eigentlich nur ein Zugeständniß gemacht war, das des Abendmahls unter beiden Gestalten; doch war daran die Bedingung geknüpft, daß die Priester den so Communicirenden sagen sollten, daß das Abendmahl ebenso gut unter einer Gestalt empfangen werden könne. Da die Taboriten aber weder die Compactaten annehmen, noch ihre Kriegerrotten auflösen wollten, so schloß der Adel, welcher durch das Aufkomme« dieser demokratischen Parteien an Ansehen und Einfluß eingebüßt hatte, mit der Prager Altstadt im Frühjahr 1434 einen Bund, um die Taboriten zur Unterwerfung zu zwingen. Anfangs Mai gelang den Verbündeten die Erstürmung der taboritischen Prager Neustadt, die Entscheidungsschlacht aber ward geschlagen am 30. Mai bei dem Dorfe Lipan (in der Nähe von Böhmisch-Brod), wo die Herren den Taboriten eine vollständige Niederlage beibrachten, viele tausend derselben niedermetzelten und verbrannten. Ruhe trat trotzdem nicht ein. Mehrere Landtage verhandelten über einen endgiltigen Frieden mit dem Concil und Siegmund (der am 31. Mai 1433 zu Rom die Kaiserkrone empfangen), wobei die Utraqnisten auf Betreibe» des einflußreichen Teinpfarrers Magister Johann von Rokyca na neue Forderungen an das Concil stellten, auf welche dieses jedoch nicht einging, sowie es auch die Wahl Rokycana's zum Erzbischof vou Prag nicht bestätigte. Erst nachdem Siegmund versprochen hatte, für Rokycana's Bestätigung Alles aufbieten zu wollen, vollständige Straflosigkeit für alles Geschehene zu gewähren, die Compactaten zu halten, die vertriebenen Mönche, Nonnen und Deutschen nicht zurückzuführen, Niemand znr Rückerstattung der geraubten Güter zu nöthigen, endlich nur an Cechen Ämter zu über- tragen, wurden auf dem Ig lau er Landtage (5. Juli 1436) die Compactaten beschworen nnd die Utraqnisten vom Kirchenbann befreit. Mit dein größten Theil der Taboriten schloß
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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