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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 273 -
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273 Siegmund im November einen Vertrag, demgemäß sie sich bezüglich der religiösen Fragen dem Ausspruch von vier Magistern und Priestern unterwarfen; die widerspänstigen Reste der Taboriten überlieferte er dem Galgen. Am 12. April 1437 wurde endlich in der Corporis Christi-Kapelle der Prager Neustadt feierlich bekannt gemacht, daß „die unter beiden Gestalten die Communion empfangenden Böhmen und Mährer echte Söhne der Kirche seien", wie zwei aus jener Kapelle herrührende, jetzt im böhmischen Museum befindliche Inschriften (eine lateinische und eine cechische) besagen, von denen die erstere folgendermaßen lautet: M n n o Äni M' rrrr rri-vll Fvian Tiburri/ < E r l ang M n o m m legatis S ig ismund» Aingwis yir qtuor lmrr ra kd-s larrAmrti O m a lud sperir muÄi rlaruit tat apertr lut Sachalin r^iisti ra l in pot imtrs . Die eiugegaugeuen Verpflichtungen brach Siegmund, dessen hervorstechendster Charakterzug Treulosigkeit war, nur zu bald. Er trieb mit Rokycana doppeltes Spiel, indem er sich öffentlich für ihn verwendete, heimlich aber gegen ihn wirkte, so daß seine Bestätigung als Erzbischof unterblieb; er ließ ferner vertriebene Mönche und Nonnen ihre Klöster wieder beziehen und bevorzugte bei Besetzung der Ämter die Katholiken und die katholisirende Fractiou der Utraquisteu, deren Führer Magister Johann Pribram war. Abermals hatte sich große Unzufriedenheit und Aufregung der Utraquisten und Taboriten bemächtigt; da starb Siegmund (9. December 1437) zu Zuaim mit Hinterlassung einer Tochter Elisabeth, Gemalin Herzog Albrechts V. von Österreich, die nach dem Erb solgegesetz Karls IV. von 1348 den böhmischen Thron erbte. Die Folgen der husitischeu Revolution waren theils nationaler, theils social-politischer Art. Während jene, wie bereits erwähnt, das Dentschthnm größtentheils vernichteten, hatten unter diesen auch die großen Massen des cechischen Volkes selbst Jahrhunderte lang zu leiden. Die social-politischen Folgen bestanden nämlich in der Stärkung der schon früher viel zu stark gewesenen Adelsmacht, der gegenüber selbst Karl IV. ohnmächtig gewesen war, und in der Entwicklung einer starren Adelsoligarchie, welche nicht nur die gesetzgebende, sondern großentheils auch die Regierungsgewalt an sich riß und nur mehr eine schwache Krone neben sich dulden wollte. Durch die Vernichtung des deutschen Bürgerthums und der katholischen Geistlichkeit, welche mit ihren Gütern auch Sitz und Stimme auf dem Landtage verlor, arbeiteten die unteren, besonders bäuerlichen Volksclassen dem Adel vor- trefflich in die Hände, verhalfen ihm zur politischen und socialen Allmacht, ernteten aber dafür als Lohn nichts als immer tieferes Versinken in recht- und schutzlose Leibeigeuschaft. Böhmen. IN
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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