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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 278 -
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278 das Landrecht von neuem zu besetzen, die verpfändeten Krongüter einzulösen, überhaupt die Wunden, welche Gewerbe, Handel und öffentliche Ordnung durch den langjährigen Krieg erlitten, zu heilen. Georg von Podebrad, welcher auch nach erfolgter Krönung als oberster Hofmeister und erster Rathgeber des Königs am Hofe verblieb, förderte in allen diesen Richtungen Ladislaus' Bemühungen sehr ausgiebig. Infolge dessen entwickelte sich zwischen dem jungen König und dem älteren, erfahrenen und sachkundigen Georg ein sehr freundschaftliches und intimes Verhältniß. Aber dieses hielt nicht immer und beständig an; divergireude Ansichten, insbesondere bezüglich der auswärtigen Angelegen- heiten, verursachten zeitweilig eine fühlbare Abkühlung in ihrem wechselseitigen Verkehr. Böhmen fing zusehends an aufzublühen. In den königlichen Städten, namentlich in Prag, entwickelte sich eine lebhafte Bauthätigkeit und auf den Schuttplätzeu erhoben sich neue, meistentheils prächtige Bauten der wohlhabenden Bürgerschaft und des Adels. Auch Gewerbe und Handel nahmen einen erfreulichen Aufschwung. Es fehlte nichts weiter, als daß auch mit dem päpstlichen Stuhl eiue eudgiltige Vereinbarung betreffs Anerkennung der Compactaten getroffen würde. Und auch in dieser Hinsicht zeigte sich eine Zeitlang gute Hoffnung auf günstigen Erfolg. Doch war auch jetzt noch unserem Königreiche bleibender Friede und ruhige Ent- wicklung nicht vergönnt. Der Fall Constantinopels (1453) bewirkte eine mächtige Bewegung zu Gunsten eines Kreuzzuges der gesammteu Christenheit gegen den gemein- samen Feind. Auch Böhmen sollte auf Auratheu Georgs von Podebrad am Kreuzzuge theilnehmen. Bevor es jedoch dazu kommen konnte, wurde König Ladislaus 1456 nach Ungarn gerufen, wo die Gefahr von Seite der Türken seine Anwesenheit dringend gebot. Aber Zwist und Hader der Parteien vernichteten im Keime jedweden Erfolg. Im Jahre 1457 kehrte Ladislaus wieder nach Prag zurück. Man hatte für ihn Magdalene, die Tochter Karls VII., Königs von Frankreich, als Braut ausersehen. Eine prunkvolle böhmische Gesandtschast begab sich nach Paris, um sie abzuholen, und in Prag wurden Anstalten zu einer großartigen, lange nicht gesehenen königlichen Hochzeitsfeier getroffen. Indessen erkrankte Ladislaus an der Pest und starb nach dreitägiger Krankheit am 23. November 1457, nachdem er erst sein 18. Lebensjahr erreicht hatte. Lang dauerte es, bevor man sich von diesem unvorhergesehenen und schweren Schlag erholen konnte. Der böhmische Thron war wieder verwaist und ohne Erben. Eandidaten gab es die Fülle. Vor allen meldete sich Kaiser Friedrich III., dessen Anspruch gemäß alten Erbeinigungen mit dem Hause Österreich am nächsten lag; außer ihm bewarben sich um den Thron die Gatten der beiden Schwestern des Königs Ladislaus, Wilhelm Herzog von Sachsen und Kazimir König von Polen; endlich meldete sich auch der französische König Karl VII., welcher den Böhmen große Vortheile anbot, wenn sie
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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