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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 279 -
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279 seinen jüngeren Sohn Karl zum König erwählen würden. Aber das Endresultat des Wahltages war ein ganz anderes. Wie in Ungarn kurz vorher mit Außerachtlassung aller übrigen Candidaten ein Edelmann aus einem einheimischen Geschlechte, Matthias Corvinns, auf den Königsthron erhoben wurde, so geschah es auch in Böhmen, wo am 2. März 1458 auf dem Altstädter Rathhaus in Prag mit Stimmeneinhelligkeit der bisherige Landesverweser Georg von Podebrad uud Kuustatt zum König ausgerufen wurde. Es war der katholische Herr Zdenko von Sternberg, welcher nnter allen der Erste im Altstädter Rathhaussaale den Ruf erhob: „Es lebe Georg, König von Böhmen!" In Böhmen weckte diese Wahl allgemeine Begeisterung, dagegen sträubten sich die mährischen Städte Brünn, Olmütz, Jglau uud Znaim; der größte Widerstand gegen den „ketzerischen" König entfachte sich in Schlesien, und zwar vornehmlich in Breslau. Dieser Widerstand fußte neben dem religiösen Hintergrunde auch auf politischen Ursachen. Die Breslauer redeten sich in die Opposition gegen Georg in einer Art hinein, welche eine kühle Erwägung ganz und gar nicht zuließ. Georg war nach ihren Worten „ein zweiter Nero, ein reißender Wolf, der große Drache". Treffend bemerkt dazu einer der ausgezeichnetsten schleichen Geschichtschreiber (KolmarGrüu- hagen): „Die Breslauer thaten angen- Staatssiegel des Königs Georg von Podöbrad. scheinlich Georg Podebrad schweres Unrecht. Dieser war durchaus kein Fanatiker weder in religiöser noch in nationaler Hinsicht, es fehlte ihm weder an Einsicht und Mäßigung, noch an Euergie, und die Breslauer hätten vielleicht bei einigem guten Willen mit ihm in ein für das Land gedeihliches Verhältniß kaum minder gut kommen können, wie mit weiland Karl IV. Aber bei der Aufregung, die hier herrschte, war von so etwas keine Rede." Diese leidenschaftlichen Ausbrüche waren in erster Reihe Ursache, daß die Wahl Georgs einen neuen Religions- und Bürgerkrieg in dem so schwer geprüften Lande bedentete. Vorläufig hatte es wohl den Anschein, daß alles in Güte ablaufen werde. Georg wurde am 7. Mai 1458 vom Raaber Bischof Augustin feierlich gekrönt, aber vor der Krönung mußte er einen Eid schwören, dessen Inhalt derart war, daß er zu der Annahme Anlaß gab, als ob Georg sich darin vom Husitismns losgesagt hätte. Es ist aber auch eine andere Interpretation möglich, ja es scheint sogar zweifellos zu sein, daß die Eidesformel
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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