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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 291 -
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291 beitrugen. Demnach erließ er nach Prag den Befehl, daß den aus der Stadt vertriebenen Bürgern die Rückkehr gestattet werde. Aber M. Pasek verweigerte, im Vertrauen auf Herrn Leo's Freundschaft, dem königlichen Befehl den Gehorsam. Ebensowenig respectirte Herr Leo den Willen seines Königs nnd Herrn. Der mächtige und reiche Herr Peter von Rosenberg starb im Jahre 1523 (9. October) und vermachte alle seine Güter mit Zurücksetzung der Söhne seines Bruders Vok seinen politischen Freunden, insbesondere dem Herrn Zdenek Leo. Dieser scheute sich nicht vor Mißbrauch seiner Amtsgewalt, um sich in den Besitz der reichen Beute zu setzen. Damit wurde aber das Maß seiner Sünden voll. Das ganze Königreich trat in zwei Parteien, die Rosen- berge und die Nozmitaler, und schon sollten mit Waffengewalt nicht allein der Erbschafts- streit, sondern auch große politische und konfessionelle Principien entschieden werden. Während die Dinge im Königreich Böhmen sich also gestalteten, machte der türkische Sultan Snleyman II. im Jahre 1526 Anstalten zu einem großen Zug gegen Ungarn. König Ludwig bat auf allen Seiten um Hilfe und wandte sich auch brieflich nach Böhmen, damit das Landesaufgebot mobil gemacht werde. Die Rosenberger Partei war gleich bereit, aber der Oberstburggraf von Prag Zdenek Leo von Rozmitäl benahm sich ganz so wie Johann Zäpolya, indem er sich willfährig stellte, aber sich zugleich alle Mühe gab, daß das dem König zu Hilfe gesandte Heer wohl nach Ungarn zöge, aber nicht zur rechten Zeit ankomme. Indessen wurde Suleymans Angriff zur That, und König Ludwig ließ sich in einen ungleichen Kampf ein. Bei Mohaes geschlagen, kam er auf der Flucht um (29. August 1526), nachdem er erst das zwanzigste Lebensjahr erreicht hatte, der dritte böhmische König, der auf dem Schlachtfelde geblieben. Geschichte Böhmens vom J a h r e 1526 bis ^6^2. Nach dem Tode Ludwigs II. wollte ein großer Theil der böhmischen Stände den erledigten Thron durch freie Wahl besetzen, wie dies schon zweimal, nach dem Tode des Ladislaus Posthumus und nach dem des Georg von Podebrad, geschehen war. Auf der anderen Seite erhob Erzherzog Ferdinand von Österreich als Gemal der Schwester Ludwigs II., der Prinzessin Anna, Erbansprüche wie auf Ungarn, so auch auf Böhmen. Aber Ferdinand bestand nicht schroff auf seinem Anspruch. Als er merkte, daß die Stände nicht zn bewegen sein würden, das Erbrecht seiner Gemalin anzuerkennen, ließ er es sich gefallen, daß die Stände zu einer förmlichen Wahl schritten, unter der Voraussetzung natürlich, daß die Wahl dann doch auf ihn und nicht etwa auf die baierischeu Herzoge, die sich ebenfalls um die böhmische Krone bewarben, fallen würde. Diese Voraussetzung ging, Dank der Umsicht Ferdinands nnd seiner in Prag weilenden Gesandten, in Erfüllung. Die Stände wählten zunächst einen Ausschuß von acht Personen, zumeist Männer, welche 19«
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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