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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 292 -
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292 die höchsten Landesämter innehatten, zur Vorberathung in der Wahlangelegenheit, Die Mitglieder des Ausschusses, sämmtlich bereits für Ferdinand gewonnen, schlugen dem Landtag vor, zur Vermeidung einer zwiespaltigen Wahl denjenigen als König anzu- erkennen, auf welchen sie selbst sich einigen würden. Der Landtag stimmte zu, und so fand am 23. October 1526 in der St. Weuzels-Kapelle des Veitsdomes die eigentliche Wahl statt, aus welcher Ferdinand als einstimmig gewählt hervorging. Das Ergebniß sollte erst am folgenden Tage den Stäudeu uud damit dem ganzen Volke mitgetheilt werden und wurde daher vorläufig noch geheim gehalten; einer der Wähler, Lev von Rozmitäl, sorgte jedoch durch ein verabredetes Zeichen, das er einem vor der Kapelle wartenden Edelmann (Wilhelm Swihowsky von Riesenberg) gab, daß Ferdinand, den die Sache ja am nächsten anging, von dem Ausfall der Wahl möglichst rasch Kenntniß erhalte. Am anderen Tage begab sich die ganze Landtagsversammlung, nachdem ihr das Wahlergebniß verkündigt worden war, unter dem Gesänge des uralten Hymnus ,3vnt^- Vüelave- in die Domkirche zu feierlichem Dankgottesdienst. Der Donner der Geschütze und das Geläute sämmtlicher Glocken verkündeten weithin, daß dem Lande ein neuer König gegeben worden sei, und die Bevölkerung Prags beging den Tag unter Jubel und Lustbarkeit. Eine Gesandtschaft brach noch am selben Tage auf, um Ferdinand die Freudenbotschaft zu überbringen und ihm die Bedingungen, unter denen die Wahl erfolgt war, zur Bestätigung vorzulegen. Ferdinand willfahrte einigen der ihm vorgelegten Wünsche, indem er unter anderen in einem Majestätsbriefe ausdrücklich auerkauute, daß die Stände ihn aus freiem Willen zu ihrem König gewählt hätten, und in einem anderen sich verpflichtete, dahin zu wirken, daß der Gebrauch des Kelches vom Papst bestätigt würde. Bezüglich anderer Forderungen der Stände verschob er die Entscheidung bis nach seiner Ankunft in Prag. Im Januar des Jahres 1527 zogen sodann Ferdinand und Anna mit glänzendem Gefolge über Jglau, wo sie von einer Gesandtschaft der böhmischen Stände bewillkommt wurden, in Böhmen ein. Der Zug wurde größer, je mehr er sich der Hauptstadt näherte, da die Stände an einzelnen Ruhepunkten mit Ehrentruppen sich anschlössen, so namentlich in Kuttenberg und Böhmisch-Brod. Am 5. Februar strömten dem König von Prag aus der noch übrige Adel, die Prager Rathsherren, Vertreter anderer Städte und eine zahllose Menschenmenge entgegen. Auf einigen Wagen fuhren die schönsten Bürgersfrauen iu festlichem Anzug. Beim Begegnen des königlichen Zuges stieg Alles von Pferd und Wagen und jeder Stand brachte sein Willkommen dar. Die Krönung selbst wnrde am 2-l. Februar in der Veitskirche durch den Bischof von Olmütz mit der üblichen Pracht vollzogen; am Tage darauf erfolgte die Krönung der Königin.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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