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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 296 -
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296 Falkenau besetzte. Das Heer der Stände, welches sich bei Elbogen versammelt hatte, konnte nun, je nachdem es für oder gegen König Ferdinand kämpfte, leicht die Entscheidung herbeiführen. Aber zu einer so klaren Stellungnahme vermochten sich die Stände doch nicht zu entschließen. Während sie dem Heere ihres Königs durch Verhaue in den Wäldern und Abschneidung der Proviantzufuhr möglichst viele Hindernisse zu bereiteu suchten, bemühten sie sich auf der anderen Seite doch noch, ihre Haltung und namentlich die Aufstellung eines eigenen Heeres dem König gegenüber zu entschuldigen. Natürlich ließ sich der König dadurch nicht beschwichtigen; er forderte persönlich und durch seine nach Prag gesandten Commissäre die Entlassung der widerrechtlich angeworbenen Truppen. Die Stände, statt zu gehorchen, schlössen einen neuen Bund zur Vertheidigung der Landesfreiheiten, der nun schon entschiedener gegen den König selbst gerichtet war und welchem 1738 Adelige und Städte mit Unterschrift und Siegel beitraten. Aber ehe seitens der Stände noch etwas Weiteres unternommen werden konnte, kam die Nachricht von dem Siege des Kaisers bei Mühlberg und von der Gefangennahme des Hauptes der Schmalkaldener, des Kurfürsten vou Sachsen (24. April 1547). Auf die Knude davon verließen die Zaghaftesten unter den Ständen Prag und auch die Zurückbleibenden konnten nicht umhin, ihren König zu dem ihnen im Grunde so unwillkommenen Siege zu beglückwünschen. Als bald darauf Ferdinand den gefammten Adel Böhmens nach Leitmeritz beschied, indem er allen mit Ausnahme der Haupträdels- führer Gnade zusicherte, wenn sie diesem Befehle gehorchen würden, wagten nur wenige fernzubleiben. Nicht so versöhnlich wie gegenüber dem Adel zeigte sich Ferdinand gegenüber den Städten, insbesondere aber gegen die Prager, welche er als die Anstifter der ganzen Bewegung betrachtete. Als er vor Prag erschien, verbat er sich den altüblichen Empfang durch Übergabe der Schlüssel. Beim Kleinseitner Brückenthurm wurden auf Befehl Ferdinands Kanonen aufgepflanzt, welche die Altstadt bedrohten; anderseits trafen auch die Prager kriegerische Vorkehrungen. Fast schien es, als sollte es doch noch in Prag zu einem ernstlichen Kampfe kommen, doch mußten sich auch die Prager schließlich aus Gnade oder Ungnade, wie es der König verlangt hatte, unterwerfen. Ein besonderes Gericht setzte die Bedingungen fest, unter denen die Stadt Prag die königliche Gnade wieder erlangen sollte: Auslieferung ihres Kriegsmaterials, ihrer Privilegien, ihrer Güter, Einkünfte und Zölle. Fast ebenso streng wurden auch die übrigen Städte bestraft, welche an der Auf- lehnung theilgenommen hatten, am strengsten Saaz, aber auch Leitmeritz, Tabor, König- grätz, Klattau und andere. Vom Adel waren die Schuldigsten geflüchtet, sie wurden nun zum Tode verurtheilt und ihre Güter coufiscirt. Die übrigen Adeligen wurden, soweit sie nicht ganz begnadigt wurden, meist nur am Vermögen gestraft. Doch trug Ferdinand Sorge, daß der nächste
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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