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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 314 -
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314 keinem Hinderniß zurückschrecken werde. Der Papst, der König von Spanien, die deutsche Liga, der König von Polen, der Großherzog von Toscana leisteten ihm Hilfe, auch der König von Frankreich bot seinen Beistand an, wenn er ihn auch nicht leistete, und selbst der lutherische Kurfürst von Sachsen half dem bedrängten Habsburger, weil er den Sieg des Calvinismus in Böhmen fürchtete. So gestaltete sich die Sachlage für Ferdinand, der am 28. August 1619 auch zum Kaiser gewählt wurde, günstiger als für seine Gegner. Der Kampf endete in Böhmen am 8. November 1620 durch die Schlacht auf dem Weißen Berge, in welcher die kaiserlichen Truppen unter dem Commando des Grafen Buquoy und die Ligisten unter dem des Grafen Tilly den Sieg über das von dem Fürsten von Anhalt befehligte böhmische Heer und die ungarischen Hilfstruppen erfochten. Der Auf- stand war damit zu Ende: Friedrich von der Pfalz, „der Winterkönig", flüchtete sich mit den Häuptern des Aufstandes ins Ausland. Die siegreichen Truppen benützten ihren Sieg, indem sie das Land durch Erhebung von Contributioueu und Plünderungen aller Art in der ärgsten Weise bedrückten. An achtundzwanzig Personen wurde die Todesstrafe am 21. Juni 1621 vollzogen, einige wurden mit Gefängniß bestraft oder des Landes ver- wiesen und über alle so Bestraften, sowie über alle flüchtigen Rebellen die Confiscation ihres ganzen Besitzes ausgesprochen. Unter den letzteren befanden sich Thum und Rnppa, die durch die Flucht ihr Leben gerettet hatten. Am 3. Februar 1622 verkündete der Kaiser eine Generalamnestie, wonach Niemand mehr wegen seiner Theilnahme an dem Aufstande das Leben oder die Freiheit verlieren, dagegen Jeder für den verursachten Schaden mit seinem Vermögen büßen sollte. Infolge dessen wurde von dem sogenannten Confiscations- gerichtshof ein Proceß gegen den heimischen Adel und gegen die königlichen Städte begonnen, einige hundert Edelleute zum Verlust ihres ganzen oder eines Theiles ihres Besitzes verurtheilt und nur ein verhältnißmäßig geringer Theil freigesprochen. Den Städten wurde, mit Ausnahme von Bndweis und Pilsen, die ihre Treue während des Aufstandes bewiesen hatten, der Gemeindebesitz abgesprochen und nebenbei auch eine große Zahl einzelner Bürger zum Verlust ihres Vermögens verurtheilt. Im Jahre 1628 wurde einzelnen Städten ihr Gemeindebesitz aus Gnade wieder zurückgestellt und dadurch für die Zukunft ihr Gedeihen gefördert, für die Edelleute und Bürger blieb aber verloren, was ihnen genommen war. Selbst für Diejenigen, denen nur ein Theil ihres Besitzes entzogen wurde, gestaltete sich die Lage ebenso schlimm als für die, denen Alles genommen wnrde. Keiner blieb nämlich thatsächlich im Besitz eines Theils seines Gutes, sondern der Werth des ihm Belassenen sollte ihm inGeld ersetzt werden.Nuu hatte die Negierung, um den riesigen Kriegsauslagen zu genügen, die auch nach der Bewältigung des Aufstandes auf ihr lasteten, zu einer Münzverschlechterung Zuflucht genommen, die infolge betrügerischer
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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