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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 316 -
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316 bestimmten, dem König allein die gesetzgebende Gewalt zusprachen, der Unabsetzbarkeit der obersten Beamten ein Ende machten und ihre Ernennung allein dem Belieben des Königs anheimstellten, die katholische Religion zur allein berechtigten erklärten und der Geistlichkeit, die bisher auf dem Landtage nicht vertreten war, die Landtagsfähigkeit zuerkannten und sie zum ersten Stande im Lande erklärten. Die Befugnisse der Stände beschränkten sich fortan fast nur auf das Steuerbewilligungsrecht. Die Katholiken trugen schwer die Abschaffung ihrer alten Freiheiten, machten wiederholt dem Kaiser deshalb Vorstellungen, allein sie wurden abgewiesen. Die „Vernenerte Landesordnung", die im Jahre 1627 publicirt wurde, sauctiouirte alle diese Neuerungen. Durch den gewaltigen Wechsel, der in Böhmen infolge der Plünderungen der sieg- reichen Truppen, der Confiscationsprocesse, der Münzverschlechterung, des Umsturzes der alten Landesordnung und der Verfolgung der Utraquisten und der mit ihnen im Glanbens- bekenntniß vereinten böhmischen Bruderuuität eintrat, kam das Land zu keiner Ruhe; ununterbrochen wanderten die Einwohner aus, um entweder dem Glaubensdruck zu entgehen oder für ihren Lebensunterhalt anderswo vorzuforgeu, da ihnen die Heimat die nöthigen Mittel versagte. Die Verhältnisse verschlechterten sich noch, als der Krieg immer weitere Dimensionen annahm, in Deutschland ebenso wie in Ungarn wüthete und Böhmen ununterbrochen durch Truppenzüge, Werbungen und trotz seiner steigenden Armuth durch erhöhte Steuerleistungen in Anspruch genommen wurde. Dazu gesellte sich im Jahre 1626 ein Bauernaufstand in einigen Kreisen des Landes, so daß die Verwüstung immer ärger wurde. In einem Theile des Landes, dem nordöstlichen, trat jedoch eine gewisse Erholung ein. Hier hatte der Oberst Albrecht Eusebius von Waldstein (Wallenstein), einem uralten böhmischen Geschlecht angehörig, der während des Aufstandes als treuer uud entschlossener Mann auf kaiserlicher Seite eine hervorragende Rolle gespielt hatte, durch Käufe und zum Theil durch Aneignung der großen Smiricky'schen Erbschaft einen riesigen Grund- besitz angehäuft, für welchen ihm der Kaiser den Titel eines Fürsten und später eines Herzogs von Friedland ertheilte. Diesem Besitz suchte Walleustein durch Heranziehung tüchtiger Gewerbsleute aus den Niederlanden und aus Italien, durch bessere Cultiviruug des Bodens, durch Förderung des Bergbaues, kurz durch alle Mittel, welche ihm sein großer Reichthum und seine Einsicht zu Gebote stellten, zu einer höheren Bedeutung zu verhelfen und, da er von seinen Unterthanen auch die Kriegslasten fernzuhalten wußte, so machte sich ein größerer Wohlstand bei ihnen geltend. In Prag selbst ließ er einen Palast aufführen, dessen edle Formen ein bedeutendes Kunstwerk zeigen. Der Kaiser hatte ihm, als er von dem Dänenkönig mit einem Angriff bedroht wurde, die Anwerbung eines Heeres von 20.000 Mann aufgetragen und ihn mit dem
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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