Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kronprinzenwerk
deutsch
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 317 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 317 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14

Bild der Seite - 317 -

Bild der Seite - 317 - in Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14

Text der Seite - 317 -

317 Commando über dasselbe betraut. Wie Wallenstein diese Aufgabe löste, welchen Druck er auf Deutschland übte, um das Heer, das immer zahlreicher wurde, zu erhalten und sich selbst zu bereichern, ist weltbekannt. Bei den geknechteten Protestanten und bei den von ihm gleicherweise ausgebeuteten Katholiken machte sich ein Haß gegen ihn geltend, der alles Maß überstieg. Man beschuldigte ihn der abenteuerlichsten Pläne, darunter, daß er nach der Herrschaft über Deutschland strebe, im Fall der Kaiser sterben würde. Kein protestantischer Fürst hielt sich vor ihm sicher, nachdem ihm Ferdinand als Lohn für die geleisteten Dienste und als Zahlung für gemachte Vorschüsse das Herzogthum Mecklenburg, dessen Besitzer wegen ihrer Verbindung mit dem König von Dänemark ihres Landes verlustig erklärt wurden, übertragen hatte. Als nun der Kaiser im Jahre 1630 den Kurfürstentag nach Regensburg berief und auf demselben die Wahl seines Sohnes zu seinem Nachfolger, die Erhaltung seines Heeres auf Reichskosten und eine engere Verbindung mit den Reichs- fürsten behufs Bekämpfung von Frankreich, Holland und Schweden durchsetzen wollte, ließen sich die Kurfürsten, mit Maximilian von Baiern an der Spitze, in keine Verhand- lungen über diese Punkte ein, so lange er nicht Wallenstein das Commando abgenommen und einem Manne übertragen haben würde, zu dein man Vertrauen haben könnte. Der Kaiser mußte nachgeben und Wallenstein in dem Augenblick entlassen, als Gustav Adolf seinen Fuß auf deutschen Boden setzte. An Wallensteins Stelle übernahm Tilly das Commando, aber obwohl er auch das ligiftische Heer befehligte, erlitt er doch gegen den Schwedenkönig, dem sich auch eine Anzahl protestantischer Reichsfürsten, darunter die Kurfürsten von Sachsen und Branden- burg angeschlossen hatten, eine entscheidende Niederlage bei Breitenfeld (am 17. September 1631). Nach der Schlacht bereitete der Kurfürst von Sachsen einen Einfall in Böhmen vor; seine Truppen rückten am 15. November ohne Widerstand in Prag ein, da sich die kaiserliche Besatzung vor ihrer Ankunft nach Tabor zurückgezogen hatte. Die Gefahr stieg derart für den Kaiser, daß er sich sogar in Wien nicht mehr für sicher hielt, weil auch ein Angriff seitens des Fürsten von Siebenbürgen Georg Räköezy zu befürchten stand; in seiner Umgebung sprach man von der Nothwendigkeit einer Flucht nach Italien. Mit den Sachsen kehrten einige Tausend böhmische Emigranten in ihre Heimat zurück und bemächtigten sich zahlreicher, ihnen früher zugehöriger Güter; mit ihnen kam auch ein Theil der vertriebenen Geistlichkeit, setzte sich in der Teynkirche in Prag fest und richtete hier den Gottesdienst nach dem Bekenntniß der böhmischen Confession ein. Die Zurückgekehrten gaben sich dem Wahn hin, daß jetzt die Zeit der Wiederabrechnung gekommen und die Herrschaft des Kaisers zu Ende sei. Die Schädel der am 21. Juni 1621 Hingerichteten, die seitdem auf dem Altstädter Brückenthurm aufgesteckt waren, wurden in feierlicher Weise in der Teynkirche bestattet. Nur das trübte die Freude der Exulanten, daß der Kurfürst von
zurück zum  Buch Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14"
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild