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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 320 -
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320 Sachsen bei der Restaurirung der alten Verhältnisse nicht genug Eifer an den Tag legte. Dieser mißtraute dem Ehrgeiz des Schwedenkönigs und wollte sich mit dem Kaiser nicht unheilbar verfeinden, zumal letzterer seine Streitkräfte wieder vermehrte. Thatsächlich mußte sich der Kurfürst bald wieder zurückziehen, worauf neue Confiscationsprocesse in Böhmen eingeleitet wurden, indem nicht blos die Besitzergreifungen der Exulanten rück- gängig gemacht, sondern auch denjenigen Einheimischen die Güter weggenommen wurden, die sich in unbedachter Eile den Sachsen angeschlossen hatten. Wallenstein, der dem Kaiser wegen seiner Entlassung nicht wenig grollte, mag bei der Nachricht von dessen Niederlagen nicht geringe Schadenfreude empfuuden haben. Nach der Schlacht bei Breitenfeld ließ er sich sogar in Unterhandlungen mit dem Schwedenkönig ein, die nur deßhalb zu keinem Abschluß führten, weil die Anerbietnngen des Königs zu gering waren. Nun winkte aber seinem gekränkten Ehrgeiz eine loyale Befriedigung: der Kaiser bot ihm das Obercommando wieder an. Wallenstein lehnte zwar anfangs ab und wollte sich nur zur Anwerbung einer Armee verstehen, durch welche die zersplitterten kaiserlichen Scharen wieder einen festen Halt bekommen sollten. Ferdinand uahm dieses Anerbieten mit Dank an. bestand jedoch auch auf seinem früheren Antrag, denn ohne den ebenso gefürchteten wie hochgeschätzten Feldherrn fehlte dem Heere die Seele. Wallenstein hatte wohl nur deshalb das Obercommando abgelehnt, um dem Kaiser größere Zuge- ständnisse abzuzwingen, was er schließlich auch erreichte. Infolge von Verhandlungen, die der Fürst von Eggenberg am 13. August 1632 in Göllersdorf mit ihm führte, übernahm er das Obercommando mit außerordentlichen Vollmachten und mit dem Versprechen großer Entlohnungen, darunter die Übertragung einer Kur, deren Besitzer später geächtet werden sollte. Er vertrieb nun die Sachsen aus Böhmen, worauf die erwähnten Confiscations- processe eingeleitet wurden, vereinte sich mit Maximilian von Baiern bei Eger und gewann gegen Gustav Adolf die Defensivschlacht bei Nürnberg (am 4. September 1632). Der Schwedenkönig mußte sich zurückziehen, folgte aber dem siegreichen Gegner, als derselbe seine Winterquartiere in Sachsen aufschlagen wollte. Bei Lützen kam es zu einer neuen Schlacht (am 16. November 1632), in der Gustav Adolf fiel, aber seine Truppen das Feld behaupteten. Wallenstein mußte sich nach Böhmen zurückziehen, wo er während des Winters 1632 und 1633 die erlittenen Verluste durch neue Werbungen gutzumachen suchte und von wo er im folgenden Frühjahr nach Schlesien zur Bekämpfung der dort stehenden Sachsen, Brandenburger und Schweden zog. Es ist bekannt, daß Wallenstein den Kampf daselbst lässig führte, wiederholt mit den Gegnern Waffenstillstand abschloß, dem General Aldringen, der in Süddeutschland zur Unterstützung Maximilians von Baiern weilte, nicht die Erlaubniß gab, demselben zu offensiven Zwecken Beistand zu leisten, daß er ferner den Zug der spanischen Hilfstruppen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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