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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
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321 nach dem Elsaß, von wo aus sie die Schweden und Franzosen bekämpfen sollten, auf das heftigste tadelte. Dieses ganze für das kaiserliche Interesse unerklärliche Vorgehen rief gegen ihn den Verdacht hervor, daß er sich mit verräterischen Plänen trage. Der Verdacht ist durch archivalische Forschungen der neuesten Zeit über allen Zweifel erhoben worden. Auf die Frage, was ihn zur Treulosigkeit gegen den Kaiser veranlassen konnte, nachdem ihm dieser jeden wünschenswerthen Lohn versprochen hatte, ertheilt der in den Jahren 1633 und 1634 in Wien weilende spanische Gesandte Onate die beste Auskunft. Er bemerkt, Wallensteins Ehrgeiz sei so groß gewesen, daß er nur durch die Erlangung einer unabhängigen Herrschaft (wie sie ein Kurfürstenthum in Aussicht stellte) befriedigt werden konnte. Durch den Kaiser konnte er zu diesem Ziel gelangen, wenn sich der Sieg bleibend an seine Fahnen fesselte. Nachdem sich aber das gesammte protestantische Deutsch- land mit den Schweden vereint hatte und dieser Verbindung sich auch Frankreich zugesellte, konnte Wallenstein nicht an die Wiedererlangung Mecklenburgs und noch weniger an den Gewinn eines Kurfürstenthums denken, wenn er treu zum Kaiser hielt. Onate meint des- halb, daß Wallenstein durch die Verbindung mit den Gegnern des Kaisers das zu erreichen hoffte, was er in Verbindung mit ihm nicht mehr erlangen konnte: eine unabhängige Herrschast. Thatsächlich ließ sich Wallenstein mit Sachsen, Schweden und Frankreich in Unterhandlungen ein, bei denen es unter der Bedingung der Preisgebung des Kaisers auf den Gewinn von Böhmen abgesehen war. Er suchte deßhalb in Pilsen, wo er im Winter 1633 und 1634 das Quartier aufgeschlagen hatte, sein Heer fester an sich zu fesselnaber Ferdinand kam ihm hierin zuvor, indem er die einzelnen Obersten gegen Versprechungen von Geld und Gut für sich gewann. Als Wallenstein offen zu den Schweden übertreten wollte und deshalb nach Eger zog, sah er sich von seiner Armee verlassen. In Eger wurde er mit einigen seiner wichtigsten Anhänger von den Freunden des Kaisers ermordet (Februar 1634). Seine Güter wurden größtentheils unter die kaiserlichen Obersten vertheilt. ! Dies geschah durch die beiden sogenanntenPilsener-Schlüsse, von denen die Unterschriften hier in Facsimile beigegeben sind. Die Unterschriften des ersten Pilsener-Schlusses vom IS. Januar 1634 lauten: Julius Heinrich, Herzog zu sachsen — Ch. v. Jlow — Hanß Vlrich Schaffgotsch — O. C. Piccolomini — Joan Ernst H. o. Schedenberg — E. G. v. Sparr — Adam Trczka — R. Fr. v. Morzin — Suys — Joan Lodouico Jsolano — G. H. v. Schedenberg — Fr. Wilhelm Mohr vom Waldt, Obr. — Hans Rudolfs v.Bredav — W.Lamboy —Gonzaga — JohanBeck —. . v. Wolff — A.Waeuell,Obr. — Jh.v.Wiltberg — Florent de la Fosse — John Henderson — Walter Butler, Col. — Montar v. noyrel — Julio diodati — Buryan Ladislaw von Waldstein — Hans Kharl von Prjchowycz — la Tornett — I. G. Rauchhaupt — Petrus v. Lossy — Sebestyan Kosseczky — Marcus Corpesz — A. Gordon — Georg Friderich von Milheim, Obl. — Johann Vlrich bißinger, O. L. — M. W. v. Teufel — de la mouilly — Siluio Piccolomini — Johan Wangler, Oberstleutn. — I. Heinrich v. u. zu Schütz — Tobias von Gissenborg — Juan de Salazar — Hs. von Waldenfelß — Lukas Notario — Don Felipi Corrasco dessineros — Carl Balbiano — Johan Jacob von Rodell zu Rodell — Felix von Altmanshaußen —Bernhart Hamerl — I. Christoph Peukher. Die Unterschriften des zweiten Schlusses vom 20. Februar 1634 lauten: A. H. z. M. — Julius Heinrich, Herzog zu Sachsen — Ch. v. Jlow — Adam Trczka — E. G. v. Sparr — F. v. Waldt — R. Fr. v. Morzin — W. Lamboy — G. H. v. Schedenberg — Gonzaga — H. G. Breiner — pallant von Monriame — I. Beck — Florent de la Fosse — la Tornett — go — Wylhellem Trczka — Petrus Lossy — Marcus Corpes — Hans Khorl von P. — Sebestyan Koszedsky — I. Heinrich v. u. zu Schütz — Johan Wangler, Obristleut. — Nicola Millj Droghi — W. Adelzhoun — Paul Prichowitz — Carl Balbiano — Nikola Millj Droghi — Stephan Puttnick — Paul Prichowitz — Bernhart Hamerl, Lb. Leutnandt. Böhmen. 21
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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