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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 324 -
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324 So fiel ein Mann, der sich nicht nur durch Unerschrockenst, hohe Begabung und organisatorisches Talent ans dem Gebiete des Heerwesens und der Verwaltung, sondern auch durch feinen Kunstgeschmack und eine mehr als gewöhnliche Bildung auszeichnete. Seine Thaten laden zu einem Vergleich mit dem Cardinal Richelieu ein. Dieser machte seinen Herrn zum wahren Herrscher Frankreichs, indem er die Bedeutung der unbotmäßigen religiösen und politischen Parteien brach. Wallenstein machte dagegen den Kaiser während der Jahre 1627 bis 1630 zum Gebieter von Deutschland und enthob ihn der Sorge für sein Heerwesen. Allein während die Leistungen Richeliens dauernden Bestand hatten und bleibenden Nutzen brachten, schuf der Eigennutz Wallensteins, den er schon in Böhmen in verwerflicher Weise bekundete und dem er in Deutschland vollständig die Zügel schießen ließ, dem Kaiser die grimmigsten Feinde, die seine Macht wieder zu Fall brachten. Ferdinand suchte nach dem Tode Wallensteins die Zahl seiner Gegner durch ernst gemeinte Friedensanerbietnngen zu vermindern und begann deshalb in Leitmeritz Verhand- lungen mit dem Kurfürsten von Sachsen. Die Schweden suchten dieselben zu stören, indem sie unter der Führung Baners in Böhmen einfielen und bis Prag vordrangen, aber auf die Nachricht von der Nördlinger Schlacht zogen sie sich wieder zurück. Der Kaiser setzte mittlerweile die Verhandlungen in Pirna und später in Prag fort, und diese führten im Mai 1635 zum Prager Frieden, worauf fast sämmtliche protestantische Fürsten sich von den Schweden trennten. Trotzdem gelang es der Geschicklichkeit des schwedischen Reichs- kanzlers Oxenstierna, der Tüchtigkeit der schwedischen Generale, den Intriguen und de» reichen Geldmitteln Frankreichs, den Krieg mit Erfolg weiter zu führen, so daß Ferdinand (1637) starb, ohne das Ende desselben erlebt zu haben. Sein Sohn und Nachfolger auf dem deutschen Throne Ferdinand III. hatte die böhmische Königskrone schon im Jahre 1627 erlangt, schon damals ließ ihn sein Vater krönen, um das unbedingte Erbrecht der Habsburger sicherzustellen. Unter ihm war Böhmen wiederholt der Schauplatz kriegerischer Ereignisse. Im Jahre 1639 drangen die Schweden abermals in das Land ein, rückten längs der Elbe nach Melnik und von da nach Prag, vor welcher Stadt sie am 29. Mai eintrafen. Baner versuchte sich vergeblich in der Belagerung und mußte sich zurückziehen, im Herbst drang er jedoch nochmals bis Prag vor. Wiederum kehrten zahlreiche Exulanten nach Böhmen zurück, allein ihre Hoffnung auf den Sturz der kaiserlichen Herrschaft und die Wiedererlangung ihrer Güter erwies sich auch diesmal als trügerisch. Baner mußte am 29. October vor dem Bruder des Kaisers, dem Erzherzog Leopold Wilhelm, der im Sommer das Commando der kaiserlichen Armee übernommen hatte, den Rückzug antreten. Im folgenden Jahre drängte der Erzherzog Ban^r aus Böhmen hinaus und so war das Land, das fast während eines ganzen Jahres den Feind beherbergen mußte, wieder frei. Die Niederlage jedoch,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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