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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 328 -
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328 Bisthümer Leitmeritz (1656) und Königgrätz (1664) gegründet, deren Sprengel freilich zunächst nur die gleichnamigen Kreise umfaßte. Der Mangel an Weltgeistlichen, der schon früher den Erzbischos zur Errichtung des Prager Priesterseminariums veranlaßt hatte, blieb aber noch lange bestehen und begünstigte die Ausbreitung der Jesuiten und anderer älterer und neuerer Orden (Theatiner, Trimtarier, Piaristen, Barmherzige Brüder und andere), so daß zuletzt die Jesuiten allein in Prag und auf dem Lande 13 Convente und eine Unzahl kleinerer Sitze besaßen. Von ihnen vor allen wurde durch Missionen und Wallfahrten, von dem Predigt- und Beichtstuhl aus, wie mittelst des Jugendunterrichts die Bevölkerung beeinflußt und geleitet, die sogenannte „St. Wenzelserbschaft" (seit 1671) ausschließlich in diesem Sinne verwendet. Doch gingen wenigstens hinsichtlich der Prager Universität ihre Wünsche nicht ganz in Erfüllung. Zwar wurden nach langer, schwieriger Verhandlung mit dem päpstlichen Stuhle die seit 1638 wieder getrennten Universitäten mit kaiserlichem Decret vom 17. November 1653 aufs neue vereinigt. Aber Ferdinand III., sonst gewiß kirchlich gesinnt, sah in den Universitäten doch vor Allem staatliche Institute. Er verfügte deshalb, daß den Jesuiten zwar die Besetzung der theologischen und philosophischen Professuren im Wesentlichen überlassen bleibe, behielt sich aber die Anstellung der Lehrer an den beiden anderen Facultäten, sowie die Bestimmungen über die Einrichtung der Universität und die Ertheilung des Unterrichts ausdrücklich vor. Auch so war der Erfolg bescheiden. Denn die Lehrmethode der Jesuiten war mehr als mangelhaft, die Zahl der weltlichen Professoren und ihre Besoldung, daher auch ihr Eifer gering. Und ebenso gering war die Zahl der Männer, die damals in Böhmen Bedeutenderes auf dem Gebiete geistiger Thätigkeit leisteten; kaum Einer hat neben dem Jesuiten Boh. Balbin, dem gelehrten Historiker, über die engeren Grenzen der Heimat hinaus seinen Namen bekannt gemacht. Auch die materielle Entwicklung Böhmens in der zweiten Hälfte des XVII. Jahr- hunderts zeigte ihre Licht- und Schattenseiten. Wenngleich seine Söhne in alter Tapfer- keit auf den Schlachtfeldern Deutschlands und Ungarns kämpften und bluteten und die Stände Soldaten, Geld und Lebensmittel in immer neuer Opferwilligkeit gewährten, so hat doch.jahrzehntelang kein Feind den Boden Böhmens betreten. Nur größere Scharen kaiserlicher Truppen, die Armeen, welche 1672 und 1673 auszogen, um den Mermuth Ludwigs XIV. zu bekämpfen, sah nian innerhalb der Landesgrenzen bei Eger versammelt. Dagegen wurde damals Böhmen durch schwere Schicksalsschläge anderer Art, die Pest (1680/81) und zahlreiche verheerende Feuersbrünste (1689), heimgesucht. Anderseits wurden die Kaiserbesuche (Ferdinands III. 1652, um seinen älteren Sohn Ferdinand IV. und seine Gemalin Eleonore, und 1656, um seinen jüngeren Sohn Leopold krönen zu lassen, Leopolds I. 1658 und öfter) zu Friedensfesten, welche die Fürsorge der
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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