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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 338 -
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338 besondere Landesausschüsse (je zwei aus den Prälaten, Herren, Rittern und Bürgern). Auch war Böhmen bereits 1714 im Interesse besserer Verwaltung neu, und zwar in zwölf Kreise, den Königgrätzer, Bnnzlauer, Pilsener, Prachiner, Bechiner, Caslauer, Chrudimer, Leitmeritzer, Saazer, Rakouitzer, Berauner und Kaurimer, eingetheilt worden, wobei die Striche von Eger, Falkenan an der Elbe und Elbogeu einen Theil des Saazer, der Schlauer Distriet einen Theil des Rakonitzer Kreises bildete und der alte Moldauer und Podbrder Kreis zusammen nun den Namen Berauner Kreis erhielten. Einige Dörfer des Berauner Kreises wurden wegen zu großer Entfernung von der Kreisstadt zu gleicher Zeit dem von Buuzlau zugewiesen. Nachdem weder Josef I. noch auch bisher Karl VI. zu Königen von Böhmen gekrönt waren, kam dieser mit seiner Gemalin und seinen beiden Töchtern Maria Theresia und Maria Anna im Juni 1723 nach Prag, um sich und seiner Gemalin die Krone des heiligen Wenzel aufsetzen zu lassen, was unter großen Festlichkeiten und der Entfaltung ungeheuren Prunkes sowohl von Seiten des Hofes als auch des aus allen Theilen des Landes erschienenen Adels geschah. Über diesen späten Entschluß des Monarchen haben schon die Zeitgenossen ihre Vermuthungen angestellt. Man wird aber füglich als Hauptgrund den sehnlichen Wunsch Kaiser Karls ansehen dürfen, ja nichts zu unterlassen, was irgendwie geeignet war, die Nachfolge seiner älteren Tochter in den Erblanden noch mehr sicherzustellen. Es ist bekannt, mit welch schweren Opfern Karl VI. die Anerkennung der Pragma- tischen Sanction seitens der europäischen Mächte erkaufte, wie die unglücklichen Kriege wegen der Nachfolge in Polen und gegen die Türken, in die er deswegen gerieth, Öster- reich finanziell zerrütteten, die Armee, und zwar besonders die tüchtigsten Bestandtheile derselben, die deutsch-slavischen Regimenter, deeimirten, ebensosehr Österreichs Ansehen nach außen schädigten, wie im Innern Verzagtheit und Mißmuth hervorriefen. Und eben jetzt schied Kaiser Karl, auch selbst durch die Schicksalsschläge im Innersten gebeugt, uuvermuthet rasch nach kurzer Krankheit aus dem Leben, der letzte männliche Sprosse seines glorreichen Hauses (20. October 1740). Mit uugetheilter Bewunderung hat schon die Mitwelt auf das Wesen und Walten der unvergleichlichen Frau hingesehen, die nun nach des Vaters Tod die österreichische Monarchie zu regieren unternahm. Während standhafte, erfahrene Männer inmitten all des Unheils und der Verwirrung den Muth verloren, obwohl die Fürsten Europa's gegen Wort und Vertrag sich gegen sie erhoben und Alles zu versagen schien, gelang es ihr in der tief- innersten Überzeugung von ihrem Rechte, die Mittel zu schaffen zu nachdrücklichster Führung des Krieges und in langem Kampfe sich und ihren Nachkommen die väterliche Monarchie zu erhalten, um sodann ihre ebenso maßvolle als klug versöhnende Thätigkeit als Ordnerin und Reformatorin des österreichischen Staatswesens zu entfalten.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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