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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
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340 Nur zu bald wurde aber der Besitz des Königreiches selbst für Maria Theresia fraglich. Nachdem der uuvermuthete Einmarsch des Preußenkönigs Friedrich II. in Schlesien die erste schwere kriegerische Verwicklung geschaffen und die anderen Gegner Österreichs ermuthigt hatte, traten nach dem Siege des Königs bei Mollwitz <10. April 1741) Baiern, Frankreich und Spanien in ein Verständniß mit Preußen und in den Krieg gegen Österreich ein. Von mehreren Seiten zugleich angegriffen, schien das geschwächte, von einer Frau regierte Reich verloren. Bald schloß sich auch der Kurfürst von Sachsen dem Bund gegen dasselbe an, um als Nachbar seinen Theil bei einer Theilung zu erhalten. Er erhielt Mähren zugesprochen, während Böhmen an Baiern fallen sollte. Doch blieb das Königreich, das für den Krieg um Schlesien bedeutende Opfer gebracht und dessen Adel auch Einiges zum Schutz der festen Plätze und zur Ver- mehrung des kaiserlichen Heeres that, zunächst vom Kriege verschont. Die baierisch- französische Invasion traf Oberösterreich, dann Niederösterreich; sie zielte, so schien es, ans das Herz des Reiches, Wien. Französischer Einfluß, wohl auch Eifersucht auf Sachsen, bestimmten aber Plötzlich Karl Albert von Baiern, sich gegen Böhmen zu wenden, um dieses Land zu erobern. Zu den von drei Seiten, Niederösterreich, Oberösterreich und der Oberpfalz in das Königreich eindringenden 24 000 Franzosen und 12.000 Baiern, die sich (23. November 1741) vor Prag vereinigten, stießen am selben Tage noch 18.000 Sachsen, welche gleichzeitig vom Norden herankamen. So bedrohte eine weit überlegene feindliche Heeresmacht die Hauptstadt Böhmens, deren weitläufige Werke, seit dem Beginn des Jahrhunderts wie jene der Festung Eger neuerbaut, durch keine nur halbwegs ausreichende Besatzung, auch die bewaffneten Bürger und Studenten mitein- gerechnet, vertheidigt wurden. Trotzdem hoffte die Monarchin so sicher, daß Prag sich wenigstens eine kurze Zeit halten werde, als sie entschlossen war, die wichtige Stadt mit allen Kräften zu behaupten. Der geheime Waffenstillstand, den Maria Theresia zu Klein- schnellendorf mit dem König von Preußen abgeschlossen hatte, sollte ihr die Möglichkeit geben, ihre Hauptmacht nach Böhmen zu senden. Aber während die Österreicher nach der Einnahme von Neuhaus allzu langsam bis Beneschau vorrückten, fiel die Entscheidung vor Prag so rasch, daß nicht einmal der zur Verstärkung der Besatzung von dem Haupt- Heere vorausgesandte General Kolowrat rechtzeitig eintraf. Auf Andringen des sächsischen Feldmarschalls Grafen Rntowsky, der erklärte, falls man ihn nicht unterstütze, allein handeln zu wollen, unternahmen die verbündeten Armeen in der Nacht vom 25. auf deu 26. November einen Sturmangriff auf Prag, der ihnen die Stadt ohne große Verluste in die Hände lieferte. Die Besatzung wurde kriegsgefangen. Auf die Kunde von dem Geschehenen und wegen der drohenden Haltung Preußens ging die österreichische Armee wieder nach dem Südosten Böhmens zurück.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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