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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 348 -
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348 in Kriminalsachen entzogen und diese 24 Kriminalgerichten zugewiesen, für deren Besetzung mit rechtskundigen Richtern die Regierung Sorge trug (22. Juli 1765). Sie urtheilten seit 1768 nach dem neu angelegten Kriminalgesetzbuche. Für die Interessen der Landes- kultur und des Handels Böhmens sorgte die Monarchin weiter durch die Errichtung eines Commerzeonsesses in Prag, unter welchem Commerzcommissäre in den einzelnen Kreisen standen, durch Herstellung von gleichen Maßen und Gewichten, Ausbesserung der Straßen und directe Unterstützung einzelner Industriezweige, zum Beispiel der Spitzenklöppelei im Erzgebirge. Besondere Aufmerksamkeit widmete man dem Bergbau, sowie denn in Prag bereits 1762 und 1763 eine Bergakademie errichtet wurde, welche aber die Monarchin 1772 nach Schemnitz in Ungarn verlegte. Mit den deutsch-österreichischen Landschaften gemeinsam gewann Böhmen auch bald seine staatliche Volksschule, nachdem bereits vordem tüchtige Männer auf dem Gebiete des niederen Unterrichts thätig gewesen waren (Kindermann). Die Schulen Böhmens gliederten sich in Normal-, Haupt- und Trivialschulen, in denen mit Ausnahme der letzteren nur in deutscher Sprache unterrichtet wurde. Bezüglich der Gymnasien war ein gleiches bereits 1752 verfügt worden. An die Prager Hochschule aber wurde zuerst 1763 der Schlesier Karl Th. Seibt zum außerordentlichen Professor der sogenannten schönen Wissenschaften mit der Weisung berufen, in deutscher Sprache vorzutragen, sowie denn die Pflege der deutschen Literatur an der Hochschule und in Böhmen überhaupt immer mehr Aufnahme fand. Von höchster Bedeutung für das wissenschaftliche Leben an der Universität wie für das gesammte Schulwesen Böhmens ward dann die Aufhebung des Jesuitenordens (1773). Ihr Vermögen, in Böhmen auf acht Millionen geschätzt, bildete den Grundstock des böhmischen Studienfonds für Zwecke der Kirche und des mittleren und höheren Unterrichts. Ihre Stellen an der Universität wurden geistlichen oder weltlichen Professoren zu Theil. An den Gymnasien waren die Piaristen ihre Nachfolger, denen die oberste Schulcommission in Wien zugleich eine neue Unterrichtsverfassung an die Hand gab (1774). Gegen das Ende ihrer Regierung sah sich die große Kaiserin nochmals in einen Krieg mit dem alten Gegner Friedrich II. von Preußen verwickelt, als dieser ihren Ansprüchen auf Theile von Baiern entgegentrat. Wieder mußte man schon zufolge der geographischen Lage Böhmens besorgen, daß die Schrecken des Krieges dieses Land treffen würden, und hier war es auch, wo sich die Heere Österreichs, die Hauptarmee unter Kaiser Josef bei Königgrätz, eine zweite unter General Laudon in Nordböhmen, versammelten. Aber es kam zu keinem großen Kampfe, und schon am 13. Mai 1779 machte der Friede von Teschen, in welchem Österreich das Jnnviertel von Baiern gewann, der Verwicklung ein Ende. Böhmen hatte für das Jahr 1778 10.000, für das Jahr 1779 20.000 Rekruten und sehr
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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