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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 361 -
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361 Preußen übergehenden Theile derLansitz unter Verzichtleistung auf seine Lehenshoheit blos das Heimfallsrecht nach dem Aussterben des preußischen Königshauses vorbehielt. Lange Friedensjahre schlössen sich dann nach dem Sturz Napoleons der Kampfesepoche an. Am 9. September 1805 hatte der Oberstburggraf Graf Wallis den Ständen Böhmens erklärt: ihre einzige und höchste Aufgabe bestehe darin, auch den leisesten Wünschen des Landesherrn zuvorzukommen. Darin ist ihr damaliges Ansehen und ihre Bedeutung aufs grellste illustrirt. Daß es auch in der langen Friedensepoche nicht anders wurde und der ständische Ausschuß geradezu zu einer Regierungsbehörde sich umgestaltete, ist nach dem, was wir von der Einsicht, der Gesinnung und den Wünschen der Stände aus den nachfolgenden Vierziger-Jahren (1842 bis 1847) wissen, kaum sehr zu bedauern. Aber auch die Regierung unterließ es, trotz der Gunst der Umstände, den Kaiserstaat im Innern zu regeneriren, wobei freilich erst die Mitwirkung einer der Zeit entsprechenden Volks- vertretung dem Werke Kraft, Sicherheit und Dauer zu geben vermocht hätte. Sie war ebenso ermüdet und erschlafft wie die Beherrschten. Dennoch kann man auch in dieser Friedens- zeit nicht von einem völligen Stillstande in geistiger Beziehung sprechen. Wohl wurden 1802 an den Facnltäten und Gymnasien die Directorate wieder eingeführt und der Studieneonfeß aufgehoben, während die Volksschule unter die Aufsicht der Geistlichkeit kam. Aber der Ungunst der Verhältnisse zum Trotz rang sich die Prager Universität und namentlich die medizinische Facultät zu steigender Bedeutung empor. Auch die anderen wissenschaftlichen Institute des Landes erhielten sich, ja sie schritten voran und noch neue entstanden dazu, so der „Verein patriotischer Kunstfreunde" (1796), welchem Prag die Gründung seiner Kunstschule verdankt, der Conservatorinmsverein (1810), der Verein zur Förderung der Gewerbe (1833) und namentlich auf Betreiben der Grafen Franz und Kaspar Sternberg die Gesellschaft des böhmischen Museums (1818). Den Intentionen des Kaisers hinsichtlich der Errichtung einer technischen Anstalt wurden die Stände Böhmens früher als die anderen Provinzen gerecht mit der Gründung des Prager Polytechuicums aus Landesmitteln (1802); 1833 folgte in Böhmen die Einrichtung der ersten Realschule (in Prag). Damals ward Böhmen mit dem weiten Netze seiner „Kaiserstraßen" geziert, um deren Ausbau sich Oberstburggraf Karl GrafChotek ein besonderes Verdienst erwarb. Aber durch dies Alles fand sich die begabte, strebsame, durch die josefinische Epoche und was man sich von geistigen Erzeugnissen der Zeit heimlich aus der Fremde zu verschaffen wußte, angeregte Bevölkerung Böhmens nicht befriedigt. Aber auf sich hingewiesen, gingen Deutsche und Cechen dabei sehr verschiedene Bahnen. Die seit den Tagen Josefs II. andauernden Bestrebungen, die böhmische Sprache wieder zu erwecken, indem man ihren Wortschatz sammelte, ihre Regeln feststellte, ihre literarischen Erzeugnisse sichtete und vermehrte und vor Allem die Liebe zur Volkssprache bei den Stammesgenossen zu
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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