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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 380 -
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380 aufwies, welche vielleicht vor dem Andrang einer neuen arischen Race dahin zurückwich; die Bevölkerung aller Länder, die sich an dieses Centrum anschlössen, scheint sich viel mehr mit dieser vermischt zu haben als die entfernterer Länder. Einer ähnlichen Ansicht ist auch Professor Zuckerkaudl, der annimmt, daß neben der Brachykephalie, welche in den Typus der Deutschen Österreichs die schon mit fremden Elementen vermischten Slaven brachten, direct auch auf sie der dunkle, stark brachykephale nichtslavische Stamm in den Alpen wirkte. Den Einfluß eines fremden, nicht arischen Schlages sieht er am slavischen, namentlich cechischen und slovakischen Schädel in den häufig engen Orbitaleingängen und in der breiten Nasenapertur, der sogenannten Platyrhinie. Dadurch ließe sich so Manches erklären, was mit Hilfe der ersten Theorie nicht erklärt werden konnte. Diese zweite Theorie ist so wie die erste nicht bewiesen, hat auch ihre schwachen Seiten, namentlich vermissen wir bis jetzt zahlreichere directe Beweise von der Existenz dieses angenommenen kurzköpfigen Schlages, und daher drängt sich der Gedanke auf, daß wir es hier vielleicht nicht so sehr mit der Kreuzung zu thun haben als vielmehr nur mit der Entwickelung auf Grundlage von Einflüssen eines bestimmten Milliens, bestimmter Lebensbedingungen, — aber im Ganzen erscheint uns bis jetzt diese zweite Theorie besser begründet zu sein und am besten den Funden und der Erfahrung zu entsprechen. Darnach waren die Deutschen und Slaven, so wie sie linguistisch verwandt sind, anfangs auch physisch eines und desselben Typus oder wenigstens doch eines ähnlichen, der vielleicht, wie mehrere Forscher dafürhalten, der ganzen sogenannten indoeuropäischen Race überhaupt gemeinschaftlich war, in verschiedenen Gegenden jedoch nnd in ver- schiedenen Zeiten einerseits durch die Einflüsse eines Millieus, hauptsächlich aber durch Kreuzung mit anderen Typen sich veränderte. Daher konnte es geschehen, daß die Cechen schon nach Bojohämum nicht als ein anthropologisch reiner Stamm, sondern als ein ge- mischter kamen und in Böhmen dann abermals einer neuen Kreuzung unterlagen. Obgleich es daher vielleicht ursprünglich keinen Unterschied gab zwischen den Deutschen und Slaven, so war dennoch schon im X. Jahrhundert ein augenscheinlicher Unterschied zwischen den blonden Sachsen und anderen Kolonisten einer- und der Mehrzahl der dunklen Cechen anderseits wahrnehmbar. Allmälig schwand dieser Unterschied und die Deutschen Böhmens haben mit der Zeit ihren Typus jener Form aecommodirt, welche, möge sie welchen Ursprungs immer sein, im Allgemeinen die Bevölkerung von Centraleuropa charakterisirt. Abgesehen von diesen beiden körperlichen Eigenthümlichkeiten der Bevölkerung Böhmens, nämlich der Schädelbildung und der Eomplexion, ist sonst beinahe nichts erforscht in anthropologischer Hinsicht, ja es ist nicht einmal das Material gesammelt. Von den anderen Körperpartien hat einmal der unermüdliche Dr. Weißbach einige
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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