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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 384 -
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384 veranlaßt, sie für einen besonderen fremden, zwar slavischen, aber nicht cechischeu Stamm zu erklären. So hat sie schon Paul Stränsky im Jahre 1634 für einen großpolnischen Stamm erklärt, und ihm folgten Wenzig, Erben, Gabriel, Rüffer. Soviel können wir bis jetzt von den äußeren und inneren körperlichen Eigenschaften der Bevölkerung Böhmens im Allgemeinen und von den einzelnen Völkerschaften und Stämmen im Besonderen sagen. Es ist zwar verhältnißmäßig wenig, aber schon dieses Wenige veranlaßte das Auftauchen sehr interessanter Probleme und gestattet verschiedene Fragen in der Geschichte der Bevölkerung Böhmens mit Erfolg zu lösen. Zum Schlüsse noch einige Worte über das fremde, zerstreut in Böhmen wohnende Element, nämlich die Juden. Die Juden nehmen in Böhmen unablässig zu. Nach Göhlert zählte man hier im Jahre 1754 29.094 Juden, im Jahre 1796 47.234, im Jahre 1846 schon 86.340 und im Jahre 1880 94.429, sie machen demnach 17 Procent der Gesammt- bevölkernng aus. Eraniologisch sind sie nicht erforscht, sie scheinen aber nach einigen Messungen einem ähnlichen Typus anzugehören wie die übrige Bevölkerung. In Schimmers Statistik über die Farbe der Augen, der Haut und der Haare wurden die jüdischen Kinder mit Recht abgesondert behandelt und sie bieten daher das erste halbwegs größere Material. Bei den jüdischen Kindern war in ganz Österreich die dunkle Complexion mehr vorherrschend als die lichte im Verhältniß zu den christlichen Kindern; so auch in Böhmen. Außerdem sind hier wie anderwärts rothe Haare bei ihnen verhältnißmäßig häufig. Sonst können wir vorderhand nichts weiter vom anthropologischen Standpunkt über die Juden in Böhmen sagen. II. Nach der Zählung vom 31. December 1890 war die Hauptsumme der anwesenden (einheimischen und fremden) Bevölkerung von Böhmen: 5,843.094. Im Jahre 1870 betrug die Einwohnerzahl 5,106.069; 1880: 5,529.122. Der Zuwachs im letzten Decenninm ist daher etwas niedriger als jener im vorletzten. Wie Rezek aus den Steuerrollen des Jahres 1654 schätzt, mochte die Zahl der damaligen Bewohner Böhmens etwas über 800.000 betragen haben. Hundert Jahre später, im Jahre 1754, wurde die erste genauere Volkszählung vorgenommen; sie ergab eine Bewohnerzahl von 2,038.613. Rund hundert Jahre später, im Jahre 1857, ergab die Zählung 4,705.525 Bewohner. Die Ziffern aus den Jahren 1654, 1754, 1857 verhalten sich also nahezu wie 8:20:47. Von den 5,843.094 Bewohnern aus der letzten Zählung sind 2,821.989 männ- lichen und 3,021.105 weiblichen Geschlechts. Auf 1000 Männer, entfallen daher 1071 Weiber. Das Sexualprocent ist also: 107 1. Im Jahre 1881 betrug es 106 4.
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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