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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
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390 Personen entfallen: Blinde 7 9, Taubstumme 10 1, Irrsinnige und Blödsinnige ohne Cretins 17'7, Cretins 4 5. — Als Beispiele greifen wir zwei rein slavische und zwei rein deutsche Bezirke heraus. Summe der Bevölkerung Blind Taubstumm Irr- oder Blödsinnig Cretins Blatna 50.091 42 55 66 17 Chotebor 45.898 38 83 70 22 Asch 34.264 24 20 33 5 Plan 35697 28 33 42 22 Wie die hier angedeuteten Verhältnisse zur Wirklichkeit werden, darüber werden künftige Nachforschungen Licht verbreiten. Einstweilen sind wir auf das augewieseu, was die Erhebungen über die Volksbewegung zu Tage fordern. Hier kommen vor Allem die Eheschließungen in Betracht. Im Decennium von 1881 bis 1890 wurden in Böhmen 443.349 Ehen geschlossen. Die entsprechende Umrechnung zeigt, daß hierbei auf 1000 Be- wohner jährlich 7'9 Eheschließungen entfallen. Diese Verhältnißzahl stand unter der für ganz Österreich giltigen von 8 Procent. In demselben Decennium wurden in Böhmen 2,180.663 lebeude Kinder geboren. Mit anderen Worten kamen auf 1000 Bewohner 37 9 lebend geborene. Die Ziffer stand unter dem für ganz Österreich giltigen Mittel von 39 2. Dem Zuwachs muß der Abgang gegenübergestellt werden. Es ergab sich, daß während des bezeichneten Decenninms anf 1000 Bewohner 29 3 Todesfälle kamen; diese Zahl steht unter dem für Österreich damals berechneten Mittel von 30 4. Nun ist be- kanntlich die Sterblichkeit der Kinder unter fünf Jahren sehr bedeutend. Sie betrug 49 Proceut; es stirbt also von den Neugeborenen während der ersten Lebensjahre die Hälfte weg; die Ziffer stand etwas über dem für Österreich giltigen Mittel von 48'2. Die Mor ta l i tä t sz i f fe r ist in einem auch culturell so vielfach gegliederten Lande, wie es Böhmen ist, selbstverständlich größeren localen Schwankungen unterworfen. Mehr als 28 Todesfälle auf tausend Einwohner kamen nach der Statistik von 1889 hauptsächlich in Nordböhmen vor. Auf der Karte von Wahl ist die Zone der größeren Mortalität durch eiueu breiten Streifen im Erzgebirge, im Jsergebirge und Niesengebirge veranschaulicht. Ebenfalls über dem Durchschnitt ist die Mortalität im Centrum von Böhmen, in der Gegend von Jnngbunzlan, in der Gegend von Pilsen und Mies und in der Nähe der böhmisch-mährischen Höhen. Die höchste Sterblichkeit (über 38:1000) weisen folgende Bezirke auf: Graßlitz, Falkenan, Brüx, Friedland, Reichenberg, Prag; die geringste: Kralowitz, Caslau, Starkenbach, Mühlhausen, Moldauthein, Krnman. Die gewaltsame Todesar t nimmt in Böhmen an Häufigkeit zu; die Unglücksfälle mehren sich mit Zunahme der durch die culturellen Schöpsuugeu gegebenen Gelegenheits- ursachen (Maschinen, Bauten); der Selbstmord nimmt wie fast allenthalben aus gleichen
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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