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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 412 -
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412 trug man Kniehosen aus Weißleder, wollene Strümpfe und Schuhe „mit Ohren", ans deni Kopfe einen schweren breitkrempigen Hut mit schwarzen Bändern, zur Zeit der Trauer mit einem weißen Band. Wenn der Chode auswärts oder zu einem Feste ging, so hatte er in der Hand die „eekana", einen Stock und eine Waffe zugleich, mit einem scharfen Dorn am unteren Ende, am oberen mit einer kleinen Hacke und Keule. Der Stock selbst war oben mit Blech beschlagen und mit Nägeln verziert. Im Winter hüllen sich die Choden in Mäntel mit Kragen ein, die entweder schwarz oder blau, oder in Pelze, die häufig mit gestickten Blumen bedeckt sind. Die weibliche Tracht in der Umgebung von Taus hat einen gewissen Zug von Noblesse. Die Mädchen tragen rothe wollene Strümpfe, Schuhe (früher trugen sie Pantoffeln, und zwar selbst in der Kirche), die über dem Absatz gestickt und vorn wieder mit Stickereien oder Messingringen geschmückt sind, wie auch mit einer Masche aus schwarzen Bändern. Das Sonntagshemd hat kurze, breite uud bauschige Ärmel(,rukävce"), die über dem Arm weiß gestickt sind; der Kragen ist am Rande schwarz gestickt (ebenfalls, wie man sagt, zum Zeichen der Trauer nach Kozina). Das Leibchen ist in der Regel nicht gestickt. Der rothe Stoff, aus dem es verfertigt wird, ist mit schmalen Borden bedeckt, zwischen denen zahlreiche Perlchen und Metallschuppen erglänzen. Von zwei linuenen ausgestopften Wülsten am Leibchen werden die Röcke getragen. Der Rock der Mädchen uud Weiber bei den Choden ist eng, faltig uud einfarbig, von der Auferstehung bis zum Advent roth (hell oder grell). Um diese Zeit kann er auch grün sein. Einen blauen Trauerrock nimmt man zur Advent- oder Fastenzeit, auch bei Begräbnissen, und dann weist auch die Schürze eine Trauerfarbe auf, sie ist nämlich — weiß. Jeder Rock ist unten mit einer reichen und lebhaften Blumeubordüre versehen (,pantl° genannt). Sonst wird über dem Rock eine Schürze (?ästöra, körtock) von verschiedenen Farben, auf der Brust ein Seidentuch kreuzweise getragen; die Zipfel dieses Tuches werden unter das Schürzenband gebracht. Die zu einem Zopf geflochtenen Haare werden zu einer (Schopf, Knoten) zusammengedreht und dann bei den Reicheren mit einem großen Kamm durch- stochen, der Kops wird hierauf mit einem mit Blumen geschmückten Tuch bedeckt, das eigens gebunden wird (na dabku). Gehen die Mädchen in die Kirche oder auswärts, so wird über dieses Tuch noch ein zweites größeres, linnenes und weißes (,plena«) mit gestickten Blumen im Zipfel und mit Spitzen gebunden. Das Binden des Tuches ist nicht leicht, es geschieht vor einem Spiegel und dauert geraume Zeit. Zur Zeit der Schwüle wird es aufgebunden und gelockert. Nimmt das Mädchen dieses Tuch, so zieht es auch eine Jacke aus blauem, schwarzem oder weißem Tuch an, die vorn so stark ausgeschnitten ist, daß man das Seidentuch sehen kann. An der Brüst zeigt sich unter den Häkeln der Jacke eine große
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
Kronprinzenwerk deutsch
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