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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 414 -
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414 Tuch übernähten Pelz, der mit einem Lammfell verbrämt und mit Schnüren versehen ist. Die Mütze pflegt rund zu sein, ohne Schirm, der Obertheil (Kopf) ist roth und endet in eine goldene oder seidene Quaste; sie ist mit Otterfell, das hinten breiter wird, eingefaßt. Außerdem werden auch Mützen mit Schirmen und runde Hüte, namentlich in neuerer Zeit getragen, indem die eben geschilderte Tracht augenscheinlich der allgemeinen Mode unter- liegt, die über die einheimische weibliche Tracht, welcher rauschende Pracht und possirliche Unförmlichkeit eigen ist, schon den Sieg davongetragen hat. Diese einheimische weibliche Tracht, die namentlich durch die ä ^our-Stickereien der großen Kopftücher, der Schürzen und Hauben auffiel, hat sich bei der jungen Generation total verändert. Die Verheirateten und Ledigen kämmen sich das Haar glatt hinter das Ohr und die zu einem Zopf geflochtenen Haare drehen sie über dem Nacken zusammen und binden sie in einem Knoten fest. Über der Stirn tragen sie ein schwarzes Sammtband (sametka), das unter dem Zopf befestigt wird. Den so srisirten Kopf bedeckte einst eine Haube („kvwbinka"), jetzt vertritt diese zum großen Theil ein Seidentnch, das unter dem Kinn gebunden wird. Die Haube, die weiß, rund und steif ist, einst fast über ganz Böhmen auf dem Lande verbreitet war und namentlich in der Umgebung von Prag sich durch ihre ä^our-Stickereieu hervorthat, welche von Kennern sehr geschätzt werden, hat, was die Art der Arbeit und Zeichnungen anlangt, viele Variationen. Die Pilsener Haube, die einst von Taus bis Rokycan verbreitet war, unterscheidet sich vor allen namentlich durch ihre von hinten aufragende ungeheuere Masche, die man (Flügel) nennt. Diese Flügel, manchmal beinahe meterweit in die Breite gespannt, waren unten gestickt. Auf ihueu, wie auch auf den Zipfeln der Kopftücher und auf den Schürzen aus der Umgebung von Pilsen hat die Nadel der Dorfstickerin wahrhafte Wunder der freien Kunstarbeit hervor- gezaubert. Über die Haube trugen die Weiber ein weißes, rein gestärktes, in drei Zipfel gefaltetes großes Kopftuch, und zwar so, daß der mittlere Zipfel, der reich gestickt war, ausgebreitet hinten vom Kopf zwischen den Flügeln hing; die vorderen zwei Zipfel wurden unter dem Kinn einfach in einen Knoten gebunden. Das weibliche Sonntagshemd hat ähnliche bauschige Ärmel wie in der Umgebung von Taus. Und wie dort so sind auch in der Umgebung von Pilsen rothe wollene Strümpfe, gestickte Schuhe aus schwarzem Leder oder Schnürschuhe, die heutzutage vor- wiegen, beliebt. Die alten Weiber gingen im Pilsener Gebiete, wie auch anderwärts, in Pantoffeln mit Absätzen. Das Mieder pflegt roth zu sein und ist aus einem mit Blumen schön gezierten Stoffe verfertigt; es wird vorn von einem seidenen Tuch, das auch Blumen aufweist und kreuzweis auf der Brust gebunden ist, verdeckt. Was bei der weiblichen Tracht in der Pilsener Umgebung besonders auffallend ist, das ist die große Anzahl von Röcken. Je reicher das Mädchen oder Weib, desto mehr Röcke hat es, zwölf bis fünfzehn,
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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