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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild - Böhmen (1), Band 14
Seite - 428 -
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428 des Dachs, wodurch das Dach kein schönes Aussehen bekommt. Im Taborer Kreise in der Umgebung von Bechyn, bei Veseli (,na dlateeli") und bei Teindles (Doudleby) wird das Stroh von zwei Brettern am Rande beim Giebel des Wohnhauses festgehalten. Diese Bretter sind an ihrem Ende über dem Giebel eigens zugehauen (bei Teindles zur Gestalt eines Pferdekopfes) und durchschneiden einander über dem Gipfelpunkt des Giebels, so daß sie hier eine Art von Flügeln bilden, und in der That heißen sie auch Flügel (yperutö") oder in anderen Gegenden Gabel (rokatina). In den nordöstlichen und östlichen Gegenden findet man diese Flügel nicht, dafür reicht hier nicht das Stroh bis zu den Rändern des Daches; der untere wie auch der Seitenrand ist hier mit Schindeln gedeckt und heißt dann ,ox>ei-ek" oder „okvlek", das stufenartig an den Seitenrändern lagernde Stroh wird genannt. Auf dem obersten Theil des Daches wird längs der ersten Reihe zu beiden Seiten des Dachkammes Rasen gelegt, namentlich im mittleren, westlichen und südlichen Böhmen; in diesem Rasen findet in der Regel die Hauswurz ihren Grund, gedeiht und blüht hier, indem sie auf diese Art ein natürliches Beet auf dem obersten Rande des Daches, das selbst oft schon mit grünem, dichten Moos bedeckt ist, bildet. Der Raum, den ein böhmisches Bauerngut (statek, Zivnost) einnimmt, hat in der Regel die Gestalt eines Rechtecks, dessen kürzere Seite gegen den Platz oder gegen die Dorfgasse gerichtet ist. Das Gut besteht aus drei Gebäuden: aus dem Wohngebäude, vor dessen Frontfenstern sich ein Blumengärtchen ausbreitet; mit dem Wohngebäude unter einem Dach sind auch die Häckselkammer und die Stallungen verbunden; zweitens aus dem Schüttkasteu (srub, svpks,), der über dem Hofe parallel zum Wohnhaus steht und mit ihm durch ein Thor verbunden ist, und drittens aus der Scheune, die rückwärts am Ende des Hofes querüber steht. Neben diesen Gebäuden sieht man noch, je nach der Größe des Gutes, Zubauten und andere Anhängsel, wie zum Beispiel den Schuppen, Schaf- nnd Schwein- ställe, weiter einen Hühnerstall, der entsprechend den Raumverhältnissen errichtet ist, und häufig auch eine Trockenkammer hinter dem Gebäude im Garten. Auf dem Hofe wird der Dünger abgelagert, der aus den Stallungen kommt, und zwar vor ihrer Thür an der Terrasse. Ein Brunnen, hier und da mit dem Wassereimer oder mit einem Wagebalken, kommt auch auf dem Hofe vor oder bei dem Garten vor dem Gebäude, manchmal im Garten selbst. Der Raum im Winkel hinter dem Wohngebäude und der Scheune heißt in der Gegend von Pisek und Netolitz und es werden dort verschiedene wirth- schaftliche Gerätschaften aufbewahrt. Hinter dem Gute breitet sich der Garten aus, in welchem Obstbäume gepflegt werden und der von einer Mauer oder von einem hölzernen Zaun eingeschlossen ist. DerPlatz hinter derSchenne heißt oder.^akumenec". Die Zäune werden aus durchflochtenen jungen Waldbänmchen gemacht oder aus ihren
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Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild Böhmen (1), Band 14
Titel
Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild
Untertitel
Böhmen (1)
Band
14
Herausgeber
Erzherzog Rudolf
Verlag
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
Ort
Wien
Datum
1894
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
15.78 x 21.93 cm
Seiten
634
Schlagwörter
Enzyklopädie, Kronländer, Österreich-Ungarn
Kategorien
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